Europa-Jugendbauernhof Deetz erhält derzeit Verstärkung durch zwei FÖJlerinnen

Vielfältige Aufgaben sorgen für Abwechslung

Von Daniela Apel

Sarah Piesick und Jessica Langner unterstützen seit einigen Monaten das Team des Europa-Jugendbauernhofs in Deetz. Begeistert absolvieren die beiden 16-Jährigen aus Magdeburg und Staßfurt dort ein Freiwilliges Ökologisches Jahr.

Deetz l "Wir haben einen sehr guten Griff getan", freut sich Ulrich Weimeister. "Beide sind sehr fleißig, umsichtig, tier- und landwirtschaftsbezogen." Lächelnd blickt der Leiter des Europa-Jugendbauernhofs zu Jessica Langner und Sarah Piesick hinüber. Die zwei 16-Jährigen leisten in der Deetzer Einrichtung gerade ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) ab. Noch bis zum 31. Juli werden sie das Team vor Ort tatkräftig unterstützen. Und das Aufgabenspektrum ist breitgefächert. Es reicht vom Füttern und Pflegen der Tiere über das Ausrichten von Veranstaltungen und das Weißen von Wänden bis hin zur Betreuung von Ferienkindern.

"Wir sind froh darüber, dass so junge Leute zu uns kommen."

Einrichtungsleiter Ulrich Weimeister

Die Tätigkeiten seien vielseitig. "Und es macht Spaß", erklären die Mädchen mit strahlenden Augen. Vor allem zieht es sie zu den Pferden, um die sie sich besonders gern kümmern. Das spiegelt sich ebenfalls in ihren Berufswünschen wider. "Ich möchte gern Pferdewirt werden", verrät Jessica. Den Hauptschulabschluss in der Tasche wollte die Magdeburgerin deshalb eine Freiwilliges Soziales Jahr in einer Pferdepension absolvieren. "Das hat nicht geklappt", erzählt die 16-Jährige, wie sie sich dann um eine FÖJ-Stelle bemühte. Vom Jugendbauernhof mit all seinen Schafen, Schweinen, Hühnern, Enten und Kaninchen war sie sofort begeistert. Genau wie Sarah. Die blonde Staßfurterin hatte sich nach der Realschule als Tierpflegerin beworben. Von der Möglichkeit eines FÖJ erfuhr sie von ihrem Vater, der zufällig darüber gelesen hatte. Die gebotene Abwechslung führte sie schließlich nach Deetz.

"Seit 2003 haben wir alljährlich über das FÖJ zwei Mädels auf dem Jugendbauernhof", blickt Ulrich Weimeister zurück. "Wir sind froh darüber, dass so junge Leute zu uns kommen." Während sie bislang über die Stiftung für Umwelt, Natur- und Klimaschutz Sachsen-Anhalt vermittelt wurden, sind diesmal die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD) Träger des FÖJ. "Bewerbungen können aber auch direkt an uns geschickt werden", ergänzt der Einrichtungsleiter. "Unser Wunsch ist es, für die 14 grünen Berufe der Landwirtschaft zu werben", findet er, dass das FÖJ ideal für die berufliche Orientierung ist.

Das bestätigt Jessica. "Ich möchte herausfinden, ob ich wirklich was mit Tieren machen will", erklärt die Magdeburgerin. "Ich möchte mehr über den Umgang mit Tieren erfahren und meine Fertigkeiten verbessern", umschreibt Sarah ihre Erwartungen. Auf dem Jugendbauernhof erhalten sie die optimale Gelegenheit dazu. "Als außerschulischer Lernort sind wir sehr praxisbezogen", bemerkt Ulrich Weimeister.

"Ich möchte gern mehr über den Umgang mit Tieren erfahren."

FÖJlerin Sarah Piesick

Für die beiden 16-Jährigen bietet das völlig neue Erfahrungen. Das Schroten und Heustampfen nennt Jessica als Beispiele. Unterdessen denkt Sarah an ihren Einsatz auf dem Kartoffel- und Rübenacker zurück. Den meisten Spaß bereiten der jungen Staßfurterin die Ferienfreizeiten. "Ich betreue die Reiterferien", berichtet sie. Jessica liebt es ebenfalls, Reitunterricht zu geben. Auch das Striegeln der Pferde und Ausmisten der Ställe steht bei ihr neben der Betreuung der Kinder ganz oben auf der Liste. Mit sichtlicher Freude stürzen sich die jungen FÖJlerinnen in ihre 40-Stunden-Wochen. Jeweils um 8 Uhr beginnt ihr Arbeitstag, der im Winter um 16 Uhr und im Sommer um 16.30 Uhr endet. Zudem werden sie einmal monatlich am Wochenende zu Bereitschaftsdiensten eingeteilt, wie Ulrich Weimeister informiert.

Einiges haben die sympathischen Mädels in den zurückliegenden Monaten bereits auf dem Jugendbauernhof erlebt. Zumal hier seit mittlerweile 16 Jahren regelmäßig internationale Workcamps stattfinden. Die Begegnung mit den ausländischen Studenten stellte Sarahs Englischkenntnisse auf die Probe. Am Anfang sei die Kommunikation etwas schwierig gewesen, gesteht sie lachend. "Dann haben wir aber auch nach der Arbeit Zeit mit ihnen verbracht", berichtet sie.

Bleibt abzuwarten, welche eindrucksvollen Erlebnisse bis zum Ende des FÖJ noch auf die beiden zukommen. Sicher ist, dass Sarah und Jessica bis dahin gemeinsam ein Projekt umsetzen werden. Geplant ist ein Info-Hefter, der sich ihren Lieblingsthemen widmet: den Pferden und dem Reiten.

Unter www.euro-hof-deetz.de gibt es im Internet vielfältige Informationen über den Europa-Jugendbauernhof Deetz.