Zerbst l Mit 22 Veranstaltungsorten und mehr als 50 Vorlesern, die am vergangenen Freitag am bundesweiten Vorlesetag teilnahmen, steht Zerbst sehr gut da. Die Bibliothek und Kreisvolkshochschule engagieren sich schon seit neuen Jahren für den bundesweiten Vorlesetag, um das Vorlesen in Zerbst zu verbreiten. Grundschulen, Kitas, Seniorenheime, Schulen und andere auf Jugend orientierte Institutionen machen seitdem regelmäßig bei der Zerbster Lesemeile mit.

„Nach neun Jahren ist es auch bei vielen schon zum Selbstläufer geworden“, sagt Bibliotheksleiterin Martina Linke. Die meisten kümmern sich dann und organisieren sich auch allein Vorleser oder den Tag im Allgemeinen.

So wurde der Vorlesetag auch in der Kindertagesstätte der Volkssolidarität „Zerbster Strolche“ umgesetzt. Dort sorgten die Erzieherinnen in den insgesamt vier Gruppen für ein tolles Leseerlebnis.

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Buch nach Alter wählen

Lilo Härtel und ihre Kollegin Nadine Bernhardt lasen in der Pippilotta-Gruppe die Geschichte von Pippi Langstrumpf vor. Die Kleinen lauschten interessiert.

Wie wichtig es für Kinder ist, Geschichten vorgelesen zu bekommen, betont Lilo Härtel. „Eltern können gar nicht früh genug damit anfangen. Wichtig ist, das Buch dem Alter entsprechend zu wählen“, rät die Erzieherin. „Je kleiner das Kind, desto kürzer sollte die Geschichte, die dann von vielen Illustrationen lebt, sein.“ Am besten sei es, vor dem Zubettgehen vorzulesen, damit das Kind zur Ruhe komme und schön träume. „Gruselgeschichten empfehle ich nicht, schon gar nicht am Abend.“ Ratsam sei es auch, das Buch schon zu kennen. „Grimms Märchen sind oft so grausam geschrieben, dass man schnell schalten muss, um sich etwas anderes auszudenken.“ Auf die Interessen des Kindes abgestimmt, war auch die Geschichte von Pippi Langstrumpf, die gut bei den Kindern ankam.

Die Grundschule an der Stadtmauer hatte anlässlich des Vorlesetages Vorleser eingeladen. Ehemalige Lehrer, auch die ehemalige Schulleiterin Helgard Kuhrig ließ es sich nicht nehmen, den Kindern den Spaß am Lesen zu vermitteln, auch Gäste übernahmen die Rolle der Vorleser. Landtagsabgeordneter Dietmar Krause (CDU) stattete der Klasse 3a einen Besuch ab und Nils Benkwitz, der in seiner Schulzeit an Lesewettbewerben teilgenommen hatte, sogar auf Landesebene, weckte bei den Schülern das Interesse auf mehr Lesestoff. Denn wie die Geschichten ausgehen, das wurde nicht immer verraten.

In der Ganztagsschule Ciervisti hatten sich je sechs Schüler aus den fünften Klassen in der Schulbibliothek eingefunden, um Christina Dammann beim Vorlesen zu lauschen. Sie las aus ihrem Lieblingsbuch „Die 13 1/2 Leben des Käpt´n Blaubär“. „Lesen ist unheimlich wichtig für die Wortfindung, Rechtschreibung und die Fantasie der Kinder und Jugendlichen“, erklärt Christina Dammann, die Latein und Physik auf Lehramt studiert hat. Es gäbe kaum etwas Schöneres als Lesen. „Ich bin selbst eine begeisterte Leseratte“, sagt Dammann.