Walternienburg l Der Bau der Arche in Walternienburg kommt bislang nicht voran. Das von der Kirchengemeinde beantragte und inzwischen auch von dem Leader-Programm bewilligte Bauprojekt wird aktuell von den Landesarchäologen ausgebremst, heißt es von der Leader-Aktionsgruppe. Die mit dem Bau von der Kirche beauftragte Architektin Sina Stieler bestätigte dies gestern.

Stellen werden dokumentiert

In dem vom Landkreis genehmigten Bauantrag sei der Bauherr bereits dazu verpflichtet worden, mit den Archäologen einen entsprechenden Vertrag zu schließen. Auf dem Eckgrundstück unweit der Wasserburg stand bis in die 1980er Jahre eine barocke Kirche. Das Gebäude wurde abgerissen. Die Archäologen interessieren sich nun dafür, ob von dem einstigen Kirchenbauwerk noch etwas im Boden zu finden ist. Außerdem sei bekannt, dass in der Barockzeit ab dem späten 17. Jahrhundert auch Bestattungen auf der Fläche durchgeführt wurden, sagte die Architektin. Die Archäologen wollten sich die Stellen genauer ansehen, an denen die Erde für das Fundament des neuen Gebäudes ausgehoben werden müsse, erklärte sie. Sie habe auch nichts dagegen, wenn diese Stellen dokumentiert werden. Zu einer Meinungsverschiedenheit habe die ursprüngliche Kostenbeteiligung des Bauherren an den Grabungen geführt. Rund 50.000 Euro hätte das Landesamt für Denkmalschutz und Archäologie von den Bauherren verlangt, sagte sie. Nach Ansicht der Fachleute gehe diese Summe weit über die zumutbare Belastung der Bauherren hinaus.

Es sei daher zu einem Widerspruchsverfahren durch die Instanzen gekommen, schilderte sie. Dabei hätten sich die Parteien zuletzt auf eine neue Kostenbeteiligung geeinigt. Diese sehe jetzt eine angemessene Beteiligung von nur noch einem Fünftel der ursprünglich verlangten Summe vor.

Fertigstelleung im September 2019

Sollte der Aufwand bei der geplanten Grabung höher ausfallen, müsse die Kosten das Landesamt übernehmen. Mit der Einigung gebe es nun eine Grundlage für den Baustart, freut sich die Planerin. Noch in diesem Jahr soll das Bauprojekt begonnen werden, kündigte sie an. Die bislang versäumte Zeit werde sie nicht mehr aufholen können. Trotzdem rechne sie mit einer Fertigstellung des Projektes im kommenden September bereits, wenn es die Wetterbedingungen zulassen.

Maßgeblich wird das Projekt aus den Töpfen von Leader finanziert. Die Arche soll zu einem neuen Anlaufpunkt auch für Radfahrer am Elberadweg werden. Das Haus soll aber auch von der Kirchengemeinde genutzt werden.

Die Fördermittelgeber haben einer Verlängerung der Bewilligung der Mittel bereits zugestimmt, freut sich die Planerin. Nur ohne die Auseinandersetzung mit den Archäologen hätte sie den eng gesteckten Zeitplan einhalten können.

Die angepeilten Baukosten will sie auch mit einem späteren Baustart halten. Die Ausschreibungen für die Umsetzung seien bereits erfolgt. Die Firmen seien bereits gebunden worden, sagte sie. Deshalb gehe sie nun von einem reibungslosen Bauablauf aus.

Auch Elke Kurzke, die Managerin der finanzierenden Leader-Aktionsgruppe Mittlere Elbe-Fläming rechnet nun mit einer absehbaren Umsetzung. Vermehrt gebe es in jüngster Zeit bei öffentlich finanzierten Projekten Diskussionen mit den Archäologen über die Art und dem Umfang von Grabungen, sagte sie. Zum Teil zögen sich die Diskussionen über den Einsatz der Fachleute monatelang hin und verzögerten so wichtige Projekte. Im Sinne einer schnelleren Umsetzung von Vorhaben mit öffentlicher Finanzierung seien pragmatischere Lösungen wünschenswerter, um schneller zu Ergebnissen zu gelangen. Denn immer sitzt dem Leader-Programm ein Zeitplan im Nachen.