Buhlendorf l Wie kleine Raumschiffe sehen die Mähdrescher des italienischen Herstellers aus, wenn sie zur Ernte über die Felder fahren. Damit das auch in diesem Sommer reibungslos geschieht, werden die großen Maschinen im Winter einer umfassenden Wartung unterzogen, sagt Peter Gottschalk von der Agrico in Lindau. Vier Mähdrescher besitzt das landwirtschaftliche Unternehmen. Pro Jahr kommen die Maschinen jeweils auf rund 200 Einsatzstunden, weiß er.

In diesen 200 Einsatzstunden sei es aber sehr wichtig, dass nichts ausfällt. Deshalb sei die Wartung im Winter sehr wichtig, betont er. Dann hielten die Mähdrescher locker auch länger als zehn Jahr durch. Gut eine Woche sind die Techniker mit einer Maschine beschäftigt. Auf den Mähdrescher kommt es in der Ernte an, wenn die Zeit knapp wird, die Früchte von den Halmen zu holen. Seit der Erfindung von Landmaschinen zur immer effektiveren Bearbeitung der landwirtschaftlichen Flächen hat sich viel getan. Heute sind die Erntemaschinen vollgestopft mit Sensoren und Messgeräten. Gleichzeitig weiß der Mähdrescher dank des weltweiten Positionssystems GPS immer, wo er sich gerade befindet. Der Landwirt kann so genau sehen, wie die Erträge auf seinen Flächen schwanken. Im Jahr darauf kann er dann gezielt eingreifen und die Flächen, die weniger Ertrag gebracht haben, bei den Düngungen beispielsweise anders berücksichtigen.

Mähdrescher brannten damals öfter ab

Diesel treibt den kraftvollen Motor und damit die vielen kleinen und größeren Räder im Innern der Maschine an. Alles ist so konstruiert, große Mengen zu verarbeiten. Früher brannte öfter mal ein Mähdrescher ab. Auch heute ist dies vor allem im Hochsommer noch ein Problem, weiß Peter Gottschalk. Sobald die Temperatur über 34 Grad Celsius steige, nehme die Feuergefahr deutlich zu, ist seine Erfahrung. Dennoch seien die Mitarbeiter immer wachsam und löschten Entstehungsbrände schnell selbst, wenn sie noch ausreichend Zeit dazu hätten. Außerdem sei der Betrieb darauf vorbereitet und schaffe schon Wasserwagen an das Feld, um im Brandfall schnell eingreifen zu können. Schließlich stellen die Maschinen auch einen großen Wert dar. Neu kostet so eine Maschine zwischen 350.000 bis 400.000 Euro, sagt er. In der Erntezeit sei vor allem nicht so schnell Ersatz zu bekommen, wenn alle in der Ernte sind. Der älteste Mähdrescher sei bereits seit 13 Jahren im Einsatz, schildert er. Das Unternehmen verfolge nicht das Ziel, die Maschinen schon nach kurzer Laufzeit abzustoßen und neue Maschinen zu beschaffen. Dennoch kann die Unterhaltung und Wartung der Maschinen mitunter kostspielig werden. Schon ein großes Rad kostet mehrere tausend Euro, weiß er.

Längst fahren die Feldmaschinen nicht mehr nur auf riesigen Reifen, sondern auch auf Ketten. „Wenn die mal einen Defekt hat, wird man nicht mehr froh“, schildert er. Das Unternehmen besitzt einen Rübenroder, der auf Ketten fährt. In der Vergangenheit war der schon defekt und die Reparaturkosten hätten ein Vielfaches der Kosten für ein neues Rad betragen, erzählt er. Der Kettenantrieb wird vor allem dort eingesetzt, um die Last der Maschine auf dem Boden auf einer größeren Fläche zu verteilen und damit die Bodenverdichtung durch den maschinellen Einsatz zu reduzieren. Vor allem bei sehr großen Maschinen kann die Kette hier günstiger sein. Einen weiteren Vorteil bietet der Kettenantrieb. Da die Ketten schmaler als die großen Reifen sind, können die Maschinen größer gebaut werden. Bereits jetzt haben die Hersteller das Maximum erreicht, wenn die Landwirte noch allein und ohne Sondergenehmigung auf den Straßen zu ihren Felder fahren wollen. Mehr Fahrzeugbreite geht nicht, bestätigt er. Das zeigt sich am Erntevorsatz. Die Geräte sind viel breiter als der Mähdrescher. Bis zu 14 Meter breit können die Teile sein. Vor der Ernte ziehen die Mähdrescher die Anbauteile hinter sich her. Erst auf dem Feld wird die Maschine zusammengebaut. Dann muss alles funktionieren. Bei der Getreideernte müssen die Messer die trockenen Halme über dem Boden abschneiden. Das Dreschwerk in der Maschine sorgt dann dafür, dass die Körner aus den Ähren geschlagen werden. Über Jahrtausende war das Handarbeit. Normalerweise würde die Pflanze ihre Körner von selbst verlieren, um sich zu vermehren. Die vom Menschen gezüchteten Getreidesorten haben dies verlernt und halten ihre Körner fest. Erst in der Maschine werden sie vom Rest der Pflanze getrennt und aufbewahrt. Bis zur nächsten Ernte ist es aber noch etwas hin. Nach der Durchsicht steht einem Ernteeinsatz aber nichts mehr im Wege, auch wenn er erst in einigen Monaten ist.