Nach dem Lockdown

Wiedersehen macht Freude

Endlich kann man sich wieder treffen. An ihrer ersten Veranstaltung nach der Zwangspause erfreuten sich die Mitglieder der Güterglücker Ortsgruppe der Volkssolidarität. Einfach nur reden, war angesagt.

Von Petra Wiese 05.07.2021, 18:30
Zu einem ersten Treffen nach der Corona-Pause kamen die Senioren der Güterglücker Ortsgruppe der Volkssolidarität zusammen.
Zu einem ersten Treffen nach der Corona-Pause kamen die Senioren der Güterglücker Ortsgruppe der Volkssolidarität zusammen. Foto: Petra Wiese

Güterglück - Im Februar 2020 hatte die letzte gemeinsame Veranstaltung der Güterglücker Ortsgruppe der Volkssolidarität stattgefunden. Es war die Ballonfahrt, die Johanna Lüdecke an jenem Nachmittag für die Senioren in Wort und Bild beschrieb. Dann kam Corona, und alle Veranstaltungen wurden abgesagt. Der ganze Jahresplan der Ortsgruppe hatte sich erledigt.

Nach 16 Monaten war es nun wieder soweit. Alle Mitglieder und Nichtmitglieder waren in Ossi’s Lokschuppen – Tina’s Speisegaststätte eingeladen. An zwei langen Tafeln fanden die Senioren Platz. 16 Namen kamen auf der Teilnehmerliste zusammen. Einige hatten sich wegen anderer Angelegenheiten oder wegen Krankheit entschuldigt. Die Freude war groß, sich in der Runde wiederzusehen. 

Einfach nur reden stand auf dem Programm des Nachmittages. „Wir müssen mal gucken, wie wir aussehen“, begrüßte die Ortsgruppenvorsitzende Ellen Biedermann ihre Mitstreiter. Und zu erzählen sollte es eine Menge geben nach so langer Zeit.

Musikalischer Blumenstrauß

Das Akkordeon der Ortsgruppenvorsitzenden war auch nicht eingerostet über die Monate, und so gab es zunächst einen musikalischen Blumenstrauß von Ellen Biedermann – ein Medley aus Liedern, in denen Blumen besungen werden. Von Roten Rosen, Tulpen aus Amsterdam, Kornblumen und vielem mehr erklangen Melodien, und die Runde stimmte frohgelaunt mit ein. Auch das gemeinsame Singen hatte schließlich so lange nicht stattgefunden.

Indem sich alle an die Hygiene- und Abstandsregeln hielten, sei man gut durch die Pandemie gekommen, so die Ortsgruppenvorsitzende. Inzwischen sind die Ortsgruppenmitglieder geimpft. Allerdings konnte auch ein Mitglied von ihrer Corona-Erkrankung berichten.

Die Ortsgruppe indes hat sich zahlenmäßig gehalten. Es gab keine Abmeldungen. 26 Mitglieder hat die Güterglücker Gruppe, davon fünf allerdings, die im Altenheim leben und in der Regel nicht mehr an den Veranstaltungen teilnehmen können. 

Es war schon eine lange Zeit, dass man sich nicht austauschen konnte, bestätigte Ellen Biedermann. Das habe sie schon gemerkt, als sie Weihnachten und Ostern Kleinigkeiten an alle Mitglieder verteilt hatte. Da blieb es nicht beim kurzen Abgeben der Geschenke an der Haustür. „Alle wollten reden“, so Ellen Biedermann. 

Austausch vermisst

Die Treffen einmal im Monat seien immer eine "schöne Abwechslung" gewesen, meinte Ina Heinz. Die Veranstaltungen habe sie vermisst, "auch wenn man zu Hause sein Tun hatte“. Dass man die Leute sieht, fehlte, und auch die Programme, ob Geschichtliches oder Nützliches, seien immer interessant gewesen.

Die Güterglückerin war allerdings froh, dass man auf dem Land nicht so eingeengt gewesen sei, wie in der Stadt. Man konnte raus, auch ein Schwätzchen übern Gartenzaun war drin. Auch kreativ war Ina Heinz, die schon Nachmittage in der Ortsgruppe oder im Kornmuseum Nutha zum Malen ohne Pinsel angeleitet hatte, tätig. Gemalt habe sie nicht, dafür habe sie sich in Beton versucht, erzählte sie. Deko- und Pflanzschalen entstanden. Wichtel und Kürbisse aus Beton fertigte sie an. 

Schon neue Treffen geplant

Dass man sich trifft und austauscht, das vermisste auch Vera Ladwig am meisten. „Wir hatten ein tolles Programm für das Jahr“, erinnerte sie sich. Daraus ist leider nichts geworden. Dafür gibt es bis zum Ende diesen Jahres nun schon die nächsten Termine für die Ortsgruppe, die Ellen Biedermann bekannt gab. Jeden Monat wollen die Senioren wieder zusammenkommen.

Das traditionelle Grillfest steht am 5. August als nächstes auf dem Plan. Auch um Programme hat sich der Vorstand bereits gekümmert. Eine Buchlesung mit Marita Schröder aus ihrem neuesten Werk wird es geben, Dr. Christoph Kaatz vom Loburger Storchenhof ist eingeladen, das Musiktrio EDK aus Gommern kommt, und vor Weihnachten sollen die „Glückskinder“ der örtlichen Kindertagesstätte die Senioren wieder mit einem Programm erfreuen.

Bleibt zu hoffen, dass da nichts dazwischen kommt. Den jüngsten ersten Nachmittag genossen alle. Bei Kaffee und Kuchen gab es tatsächlich jede Menge zu erzählen. Für zwischendurch hatte Ellen Biedermann auch noch kleine Geschichten zum Vorlesen dabei.