Zerbst l Hörbar lauter wird die Stimme von Michael Lindner am Telefon, als das Gespräch mit der Volksstimme auf das Thema Schneekehren fällt. Aufgebracht meint der Leiter des städtischen Bauhofs in Zerbst: „Unsere Arbeit wird uns nicht gerade erleichtert.“ Aber was genau meint Lindner damit?

Immer dann, wenn größere Mengen an Schnee in Zerbst und der näheren Umgebung fallen, gibt es reichlich Stoff für Diskussionen. In Gruppenbeiträgen auf dem sozialen Netzwerk Facebook ist zu lesen, dass in dieser und jener Straße noch nicht geräumt wurde. Ebenso werde der Schnee durch die Räumfahrzeuge und Kehrmaschinen der Stadt wieder zurück auf den Gehweg geschleudert.

Angeblich Schnee zurückgeschoben

„Das ist unser größtes Problem im Moment. Die Leute rufen bei uns an, drohen uns teilweise und beschweren sich, weil wir den Schnee, den sie von dem Gehweg vor ihrem Haus auf die Straße geschippt haben, wieder zurückschieben. Die Straße muss nun mal geräumt werden, damit Autofahrer sie halbwegs sicher befahren können. Sinnvoller wäre es, einfach den Schnee vom Gehweg an einer Stelle anzuhäufen, die nicht unbedingt von Fußgängern oder Radfahrern genutzt wird. Oder eben auf dem eigenen Grundstück“, so Lindner.

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Im Moment sind laut Aussagen des Bauhofleiters alle Mitarbeiter damit beschäftigt, die städtischen Straßen und Gehwege von den Schneemassen zu befreien. „32 Menschen sind unterwegs. Ein Teil davon in den Räumfahrzeugen. Der andere Teil schippt den Schnee beispielsweise an Bushaltestellen per Hand“, erklärt Michael Lindner.

Andere Bauhof-Arbeiten liegen still

Aus diesem Grund liegen momentan auch all die anderen Aufgaben des Bauhofs still. Weder Baumschnittarbeiten, noch die Hausmeistertätigkeiten an den Schulen können übernommen werden, weil die Mitarbeiter des Bauhofs mit dem Schneeräumen ausgelastet sind. Immerhin sei es durch spezielle Sondergenehmigungen möglich, den begrenzten Zeitraum für beispielsweise den Baumschnitt noch zu erweitern. Denn: Ein Ende der Aufgaben rund um den Schnee ist noch lange nicht in Sicht.

„Dadurch, dass der Schnee Pulverschnee ist, gibt es täglich Schneeverwehungen durch den Wind, und wir müssen besonders an den meist wind-ungeschützen Ortseinfahrten immer wieder neu räumen“, so Lindner weiter.

Kein Ende der Diskussionen in Sicht

In den nächsten Tagen wird der Bauhof laut Lindner verstärkt in den Wohngebieten unterwegs sein. Ein schnelles Ende der Diskussionen um die beste Variante des Schnee-Räumens zwischen Bauhof und Anwohner ist wohl ebenso wenig in Sicht, wie ein schnelles Ende des Wintereinbruchs.