Der Rückkehrertag

Die Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg und die EWG Anhalt-Bitterfeld mbH haben im Jahr 2016 den Rückkehrertag ins Leben gerufen.

Am 27. Dezember jeden Jahres von 10 bis 13 Uhr gibt es eine Plattform für regionale Unternehmen mit Stellenangeboten, um möglichst viele Bewerber vom Wirtschafts- und Lebensstandort Anhalt-Bitterfeld zu überzeugen.

Infos und Stellenangebote: www.abi-rueckkehrer.de

Zerbst l Viele verließen einst schweren Herzens die Heimat, um ihr Job-Glück anderswo zu finden. Hier in der Region waren noch vor ein paar Jahren gut bezahlte Jobs kaum zu finden. Das hat sich inzwischen zumindest in Teilen geändert. Nun suchen Zerbster Firmen händeringend Fachpersonal und auch Azubis, um sich eigene Fachkräfte zu sichern.

Am Freitag fanden insgesamt vier Rückkehrertage in unserer Region statt, in Bitterfeld-Wolfen, Dessau-Roßlau, Lutherstadt Wittenberg und auch im Ratssaal des Zerbster Rathauses. Diese sollen den hier ansässigen Unternehmen, unabhängig von ihrer Betriebsgröße, die Chance bieten sich zu präsentieren und natürlich neue und qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. Insgesamt 12 Firmen sind mit ihren Ständen in den Rathaussaal gekommen. Gut 35 Jobs haben sie alle zusammen zu vergeben.

Viel Erfolg

Die stellvertretende Bürgermeisterin Evelyn Johannes wünschte sowohl den teilnehmenden Unternehmen als auch den Job-Suchenden viel Erfolg. „Auch attraktive Ausbildungsplätze tragen dazu bei, dass junge Menschen die Heimat gar nicht erst verlassen“, betonte sie.

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An insgesamt zwölf Ständen von Firmen und Institutionen konnten sich Interessierte über Job-Angebote oder beispielsweise über Baugrundstücke im Ratssaal informieren und beraten lassen. Der Andrang hielt sich in diesem Jahr allerdings eher in Grenzen. Nicht einmal 30 Besucher zählte der Zerbster Rückkehrertag zwischen 10 und 13 Uhr.

Einer von ihnen war Noah Steinberg. Der 27-Jährige lebt in Leipzig und studiert in Darmstadt Maschinenbau. „Ich werde im Mai kommenden Jahres mein Studium beenden und da meine Freundin in Zerbst lebt, möchte ich mich hier über Einstiegsmöglichkeiten in den Unternehmen informieren“, erzählt der Student.

Neue Chance

Ob sich das junge Paar letztlich für Zerbst als ihren zukünftigen Lebensmittelpunkt entscheidet, wird nicht zuletzt davon abhängen, ob Noah eine attraktive und gut bezahlte Stelle als Ingenieur in einem Unternehmen in Zerbst oder der näheren Umgebung findet. Und die Chancen dazu stehen wohl nicht schlecht. Denn der 27-jährige Maschinenbau-Student hat zumindest bei zwei Zerbster Unternehmen ein offenes Ohr gefunden.

Eine von ihnen ist die KmB Technologie GmbH Zerbst. „Wir sind in diesem Jahr zum ersten Mal beim Rückkehrertag dabei“, sagt Matthias Meyer, der den Info-Stand des Unternehmens gemeinsam mit Lisa Braune betreut. In erster Linie gehe es darum die Firma und deren Geschäftsfelder zu präsentieren.

„Wir erhoffen uns schon auch interessante Gespräche mit potenziellen Bewerbern, wie eben mit dem Maschinenbau-Studenten Noah Steinberg“, freut sich Meyer. Was dann unterm Strich dabei raus komme, müsse man sehen. „Zumindest ist eine gute Gelegenheit, um auf sich aufmerksam zu machen“, so Meyer.

Gute Gespräche

Das sieht auch Claudia Dreher, Assistentin der Geschäftsführung in den Zerbster Schraubenwerken, so. „Wir sind jetzt das dritte Mal präsent und konnten bereits Erfolge erzielen“, schildert sie. Immerhin drei Einstellungen hatten die Gespräche und geknüpften Kontakte auf dem Rückkehrertag zur positiven Folge.

Dass sich der Andrang in diesem Jahr in Grenzen gehalten hat, sieht sie locker: „Besser zwei gute Gespräche, als viele die nichts bringen“, sagt sie.

Der erste Rückkehrertag fand 2016 in Bitterfeld-Wolfen statt. Seit 2017 gibt es die besondere Job-Börse auch in Zerbst, Dessau und Wittenberg. Neben den Stellenangeboten wird durch die Initiatoren des Rückkehrertages und weitere Partner ein Überblick über den Wohnungsmarkt und die Kinderbetreuungssituation in der Region vermittelt.