Energiewende

Wirtschaftsminister: Energiepark Zerbst kann Modellprojekt für andere Regionen sein

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) im Volksstimme-Gespräch zum Zerbster Wasserstoff-Projekt.

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingsmann sieht in grünem Wasserstoff den Energeiträger der Zukunft.
Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingsmann sieht in grünem Wasserstoff den Energeiträger der Zukunft. Foto: Thomas Kirchner

Auf dem Zerbster Flugplatz soll ab Ende 2022 grüner Wasserstoff produziert werden. Bei diesem Projekt arbeiten mehrere Kooperationspartner zusammen. Was Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) zu diesem Projekt sagt – Volksstimme-Redakteur Thomas Kirchner hat mit ihm darüber gesprochen.

Volksstimme: Getec Geschäftsführer Chris Döhring spricht gerne von der deutschlandweiten, wenn nicht sogar europaweiten Bedeutung und der Vorreiterrolle, die Zerbst spielt, was die Vielfalt von Erzeugungsanlagen für erneuerbarer Energien auf dem Flugplatz betrifft. Sehen Sie das ebenso?

Armin Willingmann: Ja natürlich, dass teile ich durchaus. Es ist für uns wichtig, dass wir eben gerade auch im ländlichen Raum, jenseits unseres klassischen Chemie-Dreiecks, wo wir reichlich Erfahrung mit der Produktion von Wasserstoff auch schon haben, auch weitere Zentren, wenn man so will, bilden und dafür ist ohne Frage der Energiepark hier in Zerbst ein echter Vorreiter.

Jetzt kommt zur Windenergie, Photovoltaik und der Biogasanlage noch der grüne Wasserstoff dazu. Was bedeutet das für Zerbst und die Region?

Wir wissen, dass wir unbedingt in die industrielle Fertigung von grünem Wasserstoff einsteigen müssen. Das ist der Energieträger der Zukunft. Spätestens seit den Überlegungen zu neuen Klimaschutzzielen, die die Bundesregierung ja vor einigen Tagen angestellt hat, wird der Druck dort noch größer und deshalb sollten wir an vielen Stellen im Land, auch hier in der Region Zerbst, daran arbeiten, dass grüner Wasserstoff tatsächlich in hinreichendem Maße produziert und gelagert werden kann und damit natürlich als Energieträger für die Zukunft zur Verfügung steht.

Wird Ihrer Meinung nach Wasserstoff zukünftig auch in der Mobilität eine größere Rolle spielen und damit den klassischen Verbrennungsmotor ablösen?

Davon bin ich ziemlich überzeugt. Wir werden jetzt auf Sicht irgendwann feststellen, dass wir zwar noch Verbrennungsmotoren kennen werden, möglicherweise auch noch für den Export, aber wir werden im Land sehr viel stärker auf Elektromobilität umstellen und dann wird ohne Frage auch irgendwann die Frage sich stellen in welchem Umfang Wasserstoff eingesetzt wird. Das ist vielleicht für den Pkw noch nicht so spannend. Aber spätestens bei großen Fahrzeugen, bei Lastkraftwagen, Bussen oder bei der Eisenbahn wird das eine große Rolle spielen.

Sehen Sie durch die Konzentration von Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energien hier in Zerbst Synergieeffekte oder weitere Ansiedlung von Unternehmen in Zerbst, die Umgebung und die Region?

Das ist ja ein generelles Phänomen und das kann man auch nur gutheißen. Wir stellen fest, dass überall wo Zukunftstechnologien angesiedelt wurden, und wir haben in der letzten Legislaturperiode sehr viel in neue Zukunftstechnologien investiert, dass dort herum etwas entsteht. Das kann um unser Chemie-Dreieck, aber auch genauso gut hier um Zerbst herum passieren. Wichtig ist dabei immer, dass man einen sogenannten Nucleus bildet, also einen Kern, um den herum sich etwas ansiedeln kann. Und mir das scheint das hier, mit dem Energiepark ein echt zukunftsfähiger Kern zu sein.

Ist dieser Energiepark auf dem Zerbster Flugplatz auch so etwas wie ein Modell für andere Regionen in Sachsen-Anhalt?

Ganz ohne Frage. Modell ist ja im Moment in aller Munde, weil wir schauen müssen, wo wir im Land noch etwas tun können. Hier in Zerbst ist man mit den Vorarbeiten besonders weit. Hier gibt es eine Menge und vor allem enge Kooperationen und hier gibt es eine starke Unterstützung auch seitens der Kommune. Das muss man ganz klar sagen: Bürgermeister Andreas Dittmann hat sich von Beginn an hinter dieses Projekt gestellt. Andreas Dittmann war und ist auch gegenüber der Landesregierung ein Motor dieses Projekts und das kann ich nur uneingeschränkt unterstützen.

Das Projekt „Grüner Wasserstoff“ insgesamt findet also die volle Unterstützung der Landesregierung in Magdeburg?

Dieses Projekt hier auf dem Flugplatz mit seinen Kooperationspartnern findet vor allem die volle Unterstützung des Wirtschaftsministers.