Zerbst l Komfortables und barrierefreies Wohnen stehen hoch im Kurs bei den Menschen – angesichts der immer älter werdenden Bevölkerung. So hat die Zerbster Wohungsbaugenossenschaft (WG) „Frohe Zukunft“ begonnen einen weiteren Wohnblock mit Fahrstühlen zu versehen. „Der Block hat sechs Eingänge mit insgesamt 60 Wohneinheiten“, sagt Knuth Jacob, geschäftsführender Vorstand der WG.

60 Wohneinheiten

Bei Beginn der Arbeiten an den jeweiligen Hauseingängen wurden die Mieter für eine Woche ausquartiert. Für Bewohner die keinen eigenen Ausweich, eventuell bei Verwandten oder Freunden für diese Zeit haben, stellt die WG Pensionszimmer zur Verfügung.

„Geplant war eigentlich, die Treppenhäuser nicht anzutasten und nur die Fahrstühle von außen zu installieren“, erklärt Jacob. Doch bei dieser Variante hätten die Aufzüge zwischen den Etagen gehalten, sodass die Mieter eine halbe Treppe hoch oder runter hätten gehen müssen. „Wir haben uns dann doch entschieden, auch die Treppenaufgänge zu erneuern. So halten die Fahrstühle dann direkt auf den Wohnetagen, im Keller und am Außenzugang“, erläutert Jacob. Im Übrigen habe die Genossenschaft mit dieser Variante vom Förderprogramm zur Barrierereduzierung der Investitionsbank des Landes Sachsen-Anhalt profitieren können. „600.000 Euro insgesamt bekommen wir an Fördermitteln für diesen Wohnblock“, so der Vorstand.

Neue Fenster

Außerdem werden alle Wohnungen hofseitig mit neuen Fenstern ausgestattet. In den Steigesträngen werden alle Rohrleitungen erneuert. „Abschließend bekommt die Fassade ein neues Gesicht“, stellt Jacob in Aussicht.

Angedacht sei auch, die Umgestaltung des Innenhofes sowie eine Zufahrt über den Hof zu schaffen – inklusive neuer Stellplätze für die Fahrzeuge der Mieter. „Was würden die komfortablen Fahrstühle nutzen, wenn die Mieter ihre Einkäufe um das gesamte Karree schleppen müssen? Außerdem sind die Stellplätze vor dem Haus nicht ausreichend, erst Recht nicht, wenn auch die leeren Wohnungen bezogen werden“, sagt Jacob.

Insgesamt investiert die Wohnungsbaugenossenschaft 2,5 Millionen Euro für die Sanierung und Aufwertung der 60 Wohneinheiten. Aber das sei noch nicht alles. „2020 oder 2021 werden an der Straßenfront die Fassade und die Balkone des im Sommer 1981 fertiggestellten Wohnblocks erneuert“, blickt Jacob in die Zukunft. Wie das in letzter Konsequenz geschehe, ob geschlossene Loggien oder weiter neue offene Balkone entstehen werden, stehe noch nicht fest.

Erhöhungen moderat

Für die Bewohner halten sich die Mieterhöhungen, die durch die Arbeiten berechnet werden, größtenteils in Grenzen. Eine mögliche Modernisierungsumlage in Höhe von 8 Prozent werde nur teilweise angewandt. „Ziel sind nicht hohe Renditen, sondern vordergründig unseren Mietern die Nutzung ihres gewohnten Umfeldes so lange wie möglich selbstbestimmt zu ermöglichen“, sagt Jacob.

Die gleichen Maßnahmen stehen gerade am Teufelstein 18 bis 22 kurz vor dem Abschluss. In diese Maßnahmen seien 1,8 Millionen Euro geflossen. „Auch hier wurde das gleiche System angewandt, wie in der Langen Straße“, sagt Jacob.