Zahlen

Die Bau- und Wohnungsgesellschaft Zerbst wurde 1993 gegründet. Sie ist eine 100-prozentige Tochter der Stadt Zerbst. Am Stichtag 31. Dezember 2015 bewirtschaftete die BWZ 1435 Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 79 921,03 Quadratmetern, 14 Gewerbeeinheiten mit 1481,59 Quadratmetern, 173 Garagen und Stellplätze sowie 51 Pachtgaragen und 21 Pachtgärten. Geleitet wird die BWZ von Geschäftsführerin Daniela Kock. Beaufsichtigt wird die Arbeit durch Vertreter des Stadtrates und durch den Bürgermeister.

Zerbst l Genau 962.795,21 Euro weist die Bilanz der BWZ als Überschuss aus. Im Beteiligungsbericht, der im Stadtrat bestätigt wurde, ist angesichts dieses Betrags von einer angespannten, aber befriedigenden Lage der Gesellschaft die Rede.

Das, was die Lage angespannt macht, sind mehrere Faktoren. Einer davon ist das Dauerproblem Leerstand. Insgesamt rund 583.000 Euro verliert die Gesellschaft dadurch im Jahr an möglichen Einnahmen. Der Beteiligungsbericht spricht in dem Zusammenhang von „Erlösschmälerungen“. 2014 war der Verlust durch Leerstand ähnlich hoch.

Rund 580.000 Euro Verlust

Eine dauerhafte Lösung dieses Problems ist nicht in Sicht. Denn die Stadt Zerbst verliert weiterhin Einwohner. Für den Zeitraum von 2008 bis 2025 wird mit einem Bevölkerungsrückgang von rund 20 Prozent gerechnet. Lediglich eine leichte Entspannung konnte die BWZ 2015 verzeichnen: Die verstärkte Zuwanderung von Menschen aus dem Ausland hat dazu geführt, dass weniger Wohnungen leer standen. Der BWZ bescherte das zusätzliche Einnahmen.

Ein weiterer Faktor, der zur angespannten Finanzlage beiträgt, ist laut Beteiligungsbericht die überproportionale Zunahme an einkommensschwachen Haushalten. Zahlreiche Mieter sind offenbar nicht in der Lage, die Miete fristgerecht oder überhaupt zu zahlen. Für die Wohnungsgesellschaft bedeutet das ein nicht zu vernachlässigendes Risiko „trotz des guten Vermietungsstandes von Wohnungen“, so der Bericht.

Das geht so weit, dass die BWZ befürchtet, die Zahlungsausfälle könnten Größenordnungen erreichen, die zu Einschränkungen bei der Modernisierung und Instandhaltung der Gebäude führen. Eine gezielte Mieterbetreuung soll helfen, das Problem einzudämmen.

Altersgerechte Angebote

Gerade aber die Modernisierung von Gebäuden und Wohnungen ist ein Aspekt, mit dem sich die Wohnungsgesellschaft für die Zukunft rüsten will. Insbesondere die altersgerechte Austattung von Gebäuden soll helfen, zusätzliche Mieter zu gewinnen. Als Beispiel führt der Beteiligungsbericht das Objekt Weinberg 4 an. Die Wohnungen wurden saniert, mit neuen Bädern ausgestattet und die Türschwellen ins Bad sowie zum Balkon verringert, sodass die Wohnungen barrierearm sind. Insgesamt 900.000 Euro hat die BWZ in die Sanierung des Wohnblocks investiert.

Für 2016/17 hat die Wohnungsgesellschaft laut Beteiligungsbericht Fördermittel beantragt, um Wohngrundrisse zu optimieren und die Wohnqualität durch den Anbau von Balkonen zu erhöhen. Außerdem sollen Fassaden energetisch saniert werden.

Die Erneuerung soll nicht nur den bisherigen Mietern zugutekommen. Durch das spezielle altersgerechte Angebot erhofft sich die BWZ zusätzlich eine Zuwanderung aus den umliegenden ländlichen Ortsteilen.