Zerbst l Dabei geht es nicht vorrangig um das Ahnden von Verstößen. Die Streife will vor allem mit den Bürgern ins Gespräch kommen und präventiv tätig werden.

Seit kurzem sind Polizei und Mitarbeiter des Ordnungsamtes gemeinsam auf Streife. Zwei bis drei Mal im Monat sind sie in der Stadt unterwegs, um beispielsweise ein Auge auf Schulwege, Parkplätze, den ruhenden Verkehr oder auf die Kitas und Schulen zu haben, so auch am Freitagmorgen.

Start war die Grundschule „Astrid Lindgren“ am Amtsmühlenweg. Danach wurden die Parkplätze rund um den Zerbster Bahnhof in Augenschein genommen.

„Bei einer kurzen morgendlichen Besprechung werden dann die Schwerpunkte und die Tour des Tages besprochen und festgelegt“, erklärt Anja Wernicke, Regionalbereichsbeamtin (RBB) im Zerbster Revierkommissariat.

Hier würden dann auch Hinweise und Beschwerden von Bürgern einfließen. „Natürlich rufen die Zerbster sowohl beim Ordnungsamt als auch bei der Polizei an und monieren wildes Parken von Fahrzeugführern oder Ähnliches. Das schauen wir uns auf der gemeinsamen Streife an“, sagt Ordnungsamtsmitarbeiter Dietmar Schmidt.

Das besondere Augenmerk der Streife liegt natürlich auf den Kitas und Schulen in der Stadt. So sind sie schon morgens zu den Stoßzeiten, wenn Eltern ihre Kinder in die Einrichtungen bringen, unterwegs, um auch hier die teils chaotischen Verhältnisse im Blick zu haben.

Ins Gespräch kommen und aufklären

„Natürlich wollen wir mit den Fahrzeugführern, sprich den Eltern vor der Schule oder Kita, ins Gespräch kommen, um präventiv auf mögliche Gefahren hinzuweisen“, erklärt Anja Wernicke. So richte sich der Blick auch darauf, ob die Eltern den Sicherheitsgurt angelegt haben und auch die Kinder im Auto ordnungsgemäß mit Kindersitz und Gurt gesichert sind.

So weisen die Ordnungshüter schon mal Radfahrer, die ihre Jüngsten in die Kita bringen darauf hin, dass ihr Rad auch innerhalb von fünf oder zehn Minuten gestohlen werden kann, wenn es ungesichert ist.

Gleiches gelte für Autos, die, während das Kind in die Einrichtung gebracht wird, nicht verschlossen werden, der Schlüssel steckengelassen wird oder sogar mit laufenden Motoren zurückgelassen werden. „Diebe haben hier mehr als leichtes Spiel“, warnt die Polizeibeamtin.

Natürlich würde auch auf Parksünder geachtet, die wie auf dem Foto ihr Fahrzeug am Bahnhof widerrechtlich auf einem Behindertenparkplatz abgestellt haben. „Hier wird natürlich ein Strafzettel ausgestellt, beziehungsweise ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet“, erklärt Schmidt.

Anja Wernicke nennt ein Beispiel für einen Bürgerhinweis, dem sofort nachgegangen wurde: „Wir haben erst bei unserer letzten Streife einen Bürgerhinweis durch einen Volksstimme-Mitarbeiter bekommen, dass im Bereich des Anger/Stadions die Nuthe durch Biberdämme angestaut wird und kein Wasser mehr fließt“, sagt Anja Wernicke.

Sie hätten sich den betreffenden Nuthearm noch am selben Tag angesehen. „Soweit wir die Situation vor Ort vorgefunden haben, hatte wohl schon jemand den Stau beseitigt, zumindest so, dass wieder Wasser fließen kann“, erklärt die Polizeibeamtin.

Allerdings weisen die Beamten auch darauf hin, dass Biberbauten nicht so einfach zerstört oder beseitigt werden dürfen. „Der Biber und sein Lebensraum steht unter Schutz“, so die Ordnungshüter.

Bei den gemeinsamen Streifengängen ginge es nicht vorrangig darum, Ordnungswidrigkeiten zu ahnden. „Vielmehr geht es uns um die präventive Arbeit, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen und auch aufzuklären“, betonen Dietmar Schmidt und Anja Wernicke.