Sanierungsmaßnahme

Zerbster Stadtpolitiker besichtigen die Klosterbaustelle an der Breite

Im Herbst soll der Klausurflügel des früheren Zerbster Frauenklosters bezugsfertig sein. Bis dahin ist noch einiges am künftigen Zweitsitz der Stadtverwaltung zu tun. Neben der Sanierung des historischen Gebäudes steht die Gestaltung des Außenbereichs an.

Von Daniela Apel
Lutz Voßfeldt vom Ingenieurbüro Wasser und Umwelt, erläuterte den Mitgliedern des Bauausschusses – hier Alfred Schildt (Linke, l.) und Helmut Seidler (Freie Fraktion Zerbst, r.) den zusammen mit dem Architekturbüro Feldmann erarbeiteten Entwurf zur Gestaltung der Außenanlage am Klostergebäude.
Lutz Voßfeldt vom Ingenieurbüro Wasser und Umwelt, erläuterte den Mitgliedern des Bauausschusses – hier Alfred Schildt (Linke, l.) und Helmut Seidler (Freie Fraktion Zerbst, r.) den zusammen mit dem Architekturbüro Feldmann erarbeiteten Entwurf zur Gestaltung der Außenanlage am Klostergebäude. Foto: Daniela Apel

Zerbst - Mehrere Mitglieder des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses verschafften sich in dieser Woche ein persönliches Bild vom Stand der Sanierungsarbeiten am Klosterkomplex in der Breite. Gut 2,65 Millionen Euro fließen in den hinteren Klausurflügel. 2,03 Millionen Euro sind Fördermittel aus dem Programm „Stark V“. Ein Großteil des Geldes ist inzwischen ausgegeben, die Fertigstellung für Ende September vorgesehen. Bis zum geplanten Umzugstermin bleibt aber noch einiges zu tun, wie die Kommunalpolitiker bei ihrer Besichtigung erfuhren.

Maler rücken als nächstes an

Neugierig betraten sie den 1728 errichteten Gebäudeteil, dessen barocke Westfassade bis auf den Sockel bereits restauriert ist. Dass der untere Bereich bislang nicht verputzt ist, liegt an der notwendigen Regenwassererschließung des gesamten Objektes, die erst jetzt vorm Abschluss steht, wie Lutz Voßfeldt vom Ingenieurbüro Wasser und Umwelt informierte. Im Inneren führte Yvonne Hein vom Architekturbüro Feldmann durch die drei Etagen, die dank des eingebauten Fahrstuhls künftig barrierefrei zu erreichen sind.

Interessiert sahen sich die Ausschussmitglieder in den einzelnen Räumen um - jenen für das historische Archiv, in den vielen Büros und den Sanitärbereichen. Die Maler rücken nun als nächstes an. Ihnen folgen die Trockenbauer, die die Decken abhängen. In der kommenden Woche soll begonnen werden, die Treppengeländer zu montieren, während die Stufen einen Natursteinbelag erhalten. Darüber hinaus sind die Flure abseits des mittleren Treppenaufganges zu fliesen, wie Yvonne Hein schilderte.

Klosterkirche wird nur teilweise saniert

Auch einen Abstecher zur mittelalterlichen Klosterkirche unternahmen die Kommunalpolitiker. Hier handelt es sich um eine separate Maßnahme, finanziert mit Geldern aus dem Stadtumbau Ost. 564.000 Euro gab es aus diesem Topf für den ältesten Gebäudeteil, in den einst eine Zwischendecke eingezogen wurde. Der untere Raum, früher mal als Turnhalle genutzt, soll Museumsdepot werden. Die Heizkörper sind hier noch zu installieren, die Elektrik zu vervollständigen und der Fußboden zu fliesen. Der obere Raum bleibt vorerst, wie er ist.

Das trifft genauso auf den unteren Verbindungsgang zwischen Kirche und Klausurflügel zu. Die Wände des wieder freigelegten Tonnengewölbes müssen zunächst austrocknen. Yvonne Hein berichtete, dass dafür eine Lüftungsanlage eingebaut wurde. Angedacht ist, in dem Bereich später die Schiedsstelle einzurichten sowie einen Leseraum für die Nutzer des Archivs.

Im Außenbereich entsteht ein Kräutergarten

Vor dem Ausflug ins Innere des Barockbaus beschäftigten sich die Ausschussmitglieder mit der Gestaltung des Außenbereichs des Klausurflügels. Lutz Voßfeldt stellte den in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Feldmann erarbeiteten Entwurf vor, der nach einem Gespräch mit der Denkmalschutzbehörde entstand. So möchte diese, dass der Halbschalenturm der am Klosterkomplex entlangführenden Stadtmauer sichtbar bleibt. Unmittelbar davor soll ein mittelalterlicher Kräutergarten angelegt werden.

Westlich des Gebäudes soll es jetzt neben einem Fahrradständer nur einen Behindertenparkplatz geben. Wo weitere Parkplätze entstehen, ist offen. Der Vorschlag, diese auf der gegenüberliegenden Seite des Klausurflügels anzulegen, traf nicht rundweg auf Zustimmung. „Ich würde den Klosterhof autofrei halten“, meinte Sebastian Siebert (SPD). Als Alternative kam der Parkplatz am Frauentorplatz zur Sprache.

Traum von einem Kreisverkehr

Das wiederum war das Stichwort für den Ausschussvorsitzenden Helmut Seidler (Freie Fraktion Zerbst). Er träumt nach wie vor davon, die Ampelkreuzung in einen Kreisverkehr zu verwandeln. Von diesem könnte dann - so seine Vorstellung - durch das Setzen weiterer Brückenplatten über die dort fließende Nuthe eine breitere Zufahrt auf das Klostergelände geschaffen werden.

Für eine kurze Diskussion sorgte der Torbogen, durch den man vom Großen Klosterhof auf das Areal des Frauenklosters gelangt. Seidler plädierte dafür, ihn abzureißen, wobei er die Durchgängigkeit von der Breite bis hin zur Puschkinpromenade im Blick hatte. Als Abtrennung zur Bebauung des Klosterhofs, als sogenannte Raumkante, müsse dieser erhalten bleiben, entgegnete Yvonne Hein. Im Schlossgarten werde an der Historie festgehalten und hier soll sie weg, war auch Sebastian Siebert dagegen, dass das Tor verschwindet.

„Das betrachten wir erst, wenn es um die Gestaltung des Großen Klosterhofs geht“, betonte Philip Mähler, für die Stadtplanung mit zuständiger Mitarbeiter des Bau- und Liegenschaftsamtes. Zu gegebener Zeit wird es zu der Thematik einen weiteren öffentlichen Workshop geben.

Im Inneren des Klausurflügels schreiten die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen voran.
Im Inneren des Klausurflügels schreiten die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen voran.
Foto: Daniela Apel