Ausstellungseröffnung

Zum 100. Geburtstag von Gerhard Schuboth - Der stille Zerbster, aber nicht verstummt

Ausstellung im Rathaus zeigt Gemälde, Aquarelle und Grafiken zum 100. Geburtstag von Gerhard Schuboth.

Von Thomas Kirchner
Sogar drei junge Frauen aus der Ukraine und Litauen, die eine Freiwilligenzeit in Deutschland absolvieren, waren unter den Gästen.
Sogar drei junge Frauen aus der Ukraine und Litauen, die eine Freiwilligenzeit in Deutschland absolvieren, waren unter den Gästen. Foto: Thomas Kirchner

Zerbst - Seit Sonnabend können Kunst-Fans im Zerbster Rathaus Werke von Gerhard Schuboth bestaunen. „Der stille Zerbster“, so der Name der Ausstellung, wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Der Maler und Grafiker gilt als Mitbegründer der Zerbster Kulturfesttage und ihrer beliebten Kunstausstellungen.

In Anwesenheit der drei Töchter Irene Leps, Elke Roßmann und Susanne Schuboth sowie von rund 35 Besuchern würdigte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) bei der Vernissage das künstlerische Wirken des Zerbsters.

Mitinitiator der Zerbster Kulturfesttage

„Ob die Zuschreibung ’still’ passt, dazu können nur diejenigen etwas sagen, die das Glück hatten, ihn persönlich gekannt zu haben. Zumindest aber ist er nicht verstummt, denn wir können uns einerseits an seinen Werken erfreuen und profitieren andererseits noch immer von einer sehr wichtigen Initiative, die den Grundstein für unsere noch immer stattfindenden Zerbster Kulturfesttage bildet“, sagte Dittmann.

Er sei als Kunst- und Berufsschullehrer, als Leiter der Arbeitsgemeinschaft Bildende Kunst in Zerbst und im Kulturbund tätig gewesen. „Im Jahr 1965 dann war er Initiator und Mitorganisator – an der Seite von Hanns-Wolfgang Brosig – der Kunstausstellungen zu den Zerbster Kulturfesttagen. Diese bilden noch immer den Kern unserer Kulturfesttage, in diesem Jahr coronabedingt etwas später als Kulturzeit“, so der Rathauschef.

Werke schlummern im Verborgenen

Dittmann: „Wir freuen uns, dass Irene, alias Martha, das Zerbster Rathaus als Präsentationsort für diese besondere Ausstellung ausgewählt hat. Nur zu gern haben wir zugesagt, zum 100. Geburtstag des Malers und Kunstlehrers Gemälde, Grafiken und Aquarelle aus seinem umfangreichen Schaffen hier in unseren Fluren zu zeigen.“

Annerose von Pflugk, die unter den Gästen der Vernissage war, schilderte ihre Erinnerungen an den Künstler Wolfgang Schuboth. „Als Kind habe ich selbst einmal Model für ihn gestanden. 12 Jahre war ich damals und dachte natürlich nicht, dass man eine halbe Ewigkeit still sitzen muss“, schildert sie ihre Erinnerungen.

Schuboths Töchter zeigten sich begeistert, dass so viele Interessierte an einem Sonnabendvormittag zur Ausstellungseröffnungen ins Rathaus gekommen waren. Sie betonten, dass die momentan gezeigten Gemälde, Grafiken und Aquarelle nur eine kleine Auswahl seien. „Es gibt noch viel mehr Werke unseres Vaters, die eingelagert schlummern und noch nicht gezeigt wurden“, sagte Irene Leps.

Die Ausstellung kann zu den Sprechzeiten im Rathaus besichtigt werden. Zu sehen ist die Schau bis zum 30. September, wie Dittmann bei der Eröffnung informierte.

Annerose von Pflugk (Mitte) zeigt ein Bild von sich, dass der Künstler 1963 von ihr gemalt hat. 12 Jahre war sie damals.
Annerose von Pflugk (Mitte) zeigt ein Bild von sich, dass der Künstler 1963 von ihr gemalt hat. 12 Jahre war sie damals.
Fotos: Thomas Kirchner