Fußball

Kevin Schulz präsentiert seine Eintracht-Top-Elf

Im Laufe seines Fußballerlebens lernte Kevin Schulz zahlreiche Mitspieler kennen. In der Volksstimme präsentiert er sein persönliches Dreamteam.

Von Karolin Pilz
Kevin Schulz (l.) erlernte beim SV Eintracht das Fußball-Abc. Nach einem vierjährigen Ausflug zum Burger BC kehrte er 2016 nach Gommern zurück und feierte sogleich  den Aufstieg von der Kreisoberliga in die Landesklasse.
Kevin Schulz (l.) erlernte beim SV Eintracht das Fußball-Abc. Nach einem vierjährigen Ausflug zum Burger BC kehrte er 2016 nach Gommern zurück und feierte sogleich den Aufstieg von der Kreisoberliga in die Landesklasse. Archivfoto: Eroll Popova

Gommern - Theoretisch hätten es sich Kevin Schulz leicht machen können. Die Verbandsliga-Aufstiegsmannschaft des Burger BC aus dem Jahr 2015 hätte jedwede Nominierung als Top-Elf verdient. Sascha Krüger, Phillip Baumgartl und Franz Zimmer tauchen auch regelmäßig in den Auswahlen verdienter Kicker auf. „Ich entschied mich aber stattdessen für meine Mitspieler aus Gommeraner Zeiten – denn auch diese Spieler können kicken“, erklärt Schulz. Folgendes sagt er über seine Favoriten:

Tor

Andreas Hoffmann (Eintracht Gommern): „Kaum ein anderer Torhüter verdient die Nominierung mehr als Hoffi. Bei meiner Rückkehr nach Gommern stand er immer noch im Tor – und machte dem einen oder anderen jüngeren Torhüter trotz seiner 50 Lenze noch etwas vor. Auf dieser Position muss man wenig verrückt sein und das war Hoffi zwischen den Pfosten alle Mal. Seine Verbissenheit und Entschlossenheit, jeden Ball abzuwehren half ihm, auch unmögliche Bälle zu halten – und davon profitierte letztlich die gesamte Mannschaft.“

Abwehr

David Namshaa (Eintracht Gommern): „Als ich in den Herrenbereich wechselte, gehörte die Position des Liberos zum guten Ton. Vor zwei Jahren mussten wir angesichts eines irren Verletzungspechs immer wieder auf David als letzten Mann zurückgreifen. Mit seiner Schnelligkeit und seinem Kopfballspiel war er damals einer der wichtigsten Stützen für die Defensive und den späteren Klassenerhalt.“

Marco Reichel (Blau-Weiß Pretzien): „Neben einem Libero benötigt man zwei gelernte Manndecker. Mit Marco stand ich bereits in der Jugend auf dem Platz. Da er kaum größer ist als ein Grashalm, wurde er meistens von seinen Gegenspieler unterschätzt. Dafür ist er jedoch mit einer enormen Sprungkraft gesegnet und gewann so nahezu jedes Kopfballduell. Dank seiner Aggressivität in den Zweikämpfen und seiner starken Präsenz auf dem Platz wurde er aus der Jugend direkt in die erste Herrenmannschaft geholt und es gelang ihm auf Anhieb, sich zu bewähren.“

Markus Kolodzyk (Blau-Weiß Pretzien): „ Schon früh offenbarte Markus sein Führungspotenzial und wurde auch recht schnell zum Kapitän gewählt. Gegen ihn einen Zweikampf zu gewinnen, war unmöglich. Entweder er eroberte den Ball oder sein Gegenspieler flog auf die gefürchtete rote Aschenbahn neben dem Platz. Noch Tage nach meinem ersten Zweikampf im Training gegen Markus leuchtete mein Knöchel in Grün und Blau. Er gab mir damals recht eindeutig zu verstehen, dass Schnickschnack wie Hacke, Spitze, eins, zwei, drei hier fehl am Platze war.“Mittelfeld

Mittelfeld

Stephan Rau (Eintracht Gommern): „Defensiv als Sechser ein Name, den sicher nicht jeder auf dem Schirm hat. Mit Stephan spielte ich ebenfalls schon in der Jugend zusammen. Auch er wurde schon frühzeitig in der ersten Mannschaft eingesetzt und konnte körperlich definitiv mithalten. Sein Steckenpferd waren ebenfalls die Zweikämpfe - nur selten verlor er einen. Zudem war er ein waschechtes Laufwunder. Bei meinem ersten Pflichtspiel in Gommern, dem Derby gegen Gerwisch, steuerte Stephan ein Tor zum Sieg bei. So etwas prägt sich ein.“Tom Sindermann (Eintracht Gommern): „Tom lernte ich nach meiner Rückkehr zur Eintracht kennen. Anfangs war er zu verspielt auf dem Platz. Doch später sorgte er im Sturm oder teilweise auf der linken Seite durch seine Technik für Furore. Die Entwicklung, die er hinlegte, war beachtlich. Aktuell hat er auf der Sechser-Position einen hohen Stellenwert für die Mannschaft und seine Leistung entscheidet, wie sich die Mannschaft präsentiert. In den Zweikämpfen ist er eklig und mit seiner Technik führt er das Spiel nach vorn .“

Daniel Stridde (MSC Preussen Magdeburg): „Bei den Flügelspielern entschied ich mich für volles Tempo. Theoretisch müssten Daniel und Dominic eine Zulassung als Leichtkraftmoped anmelden. Dabei wurde Daniel in seinen Anfangstagen bei der Eintracht noch stark unterschätzt. Nach den Abgängen von Florian Mentzel und Mathias Reichel stand Daniel plötzlich neben mir im Sturm. Es war ein Leichtes, ihn mit Steilpässen zu füttern, da er wirklich jeden Ball erlaufen konnte. Gefühlt benötigter lediglich einen Meter Anlauf, um seine Endgeschwindigkeit zu erreichen. Und wer ihn einmal erlebt hat, weiß, dass diese nicht gerade langsam ist.“

Dominic Engel (Eintracht Gommern): „Vor zwei, drei Jahren wechselte Dominic zu uns und war von Anfang an ein sympathischer Typ. Seine linke Klebe und die Leichtigkeit beeindrucken mich bis heute. Er ist aber auch ein Stehaufmännchen, das oft vom Verletzungspech verfolgt und trotzdem eine der wichtigsten Säulen in unserem Spiel ist. Zum Glück litt seine Schnelligkeit nie unter seinen Verletzungen. Wenn er den Motor erst einmal anwirft, rennt er gern 50 Meter im vollen Sprint und ohne Tempoverlust.“

Tobias Thormeier (Union Heyrothsberge): „Allein die Tatsache, dass Tobi am gleichen Tag Geburtstag feiert wie ich, rechtfertigt seine Wahl. Spaß beiseite. Er hat sich diese Nominierung verdient, weil er eins der schönsten Tore für die Eintracht geschossen hat, die ich je gesehen habe: Tobi eroberte den Ball im Mittelfeld und zog aus 40 Metern einfach ab. Mit etwas Glück und Rückenwind kam der Ball an und schlug im Winkel ein. Daneben strotzt er vor Energie und ist ein Fußballverrückter. Er tritt buchstäblich gegen alles und verwendet es als Ball. Ich schätze, er würde sogar mit einer Bierflasche jonglieren, nur um seinen Fußballtrieb zu stillen.“

Sturm

Justin Schaffrath (Eintracht Gommern): „Justin hat den stärksten linken Fuß, der mir je begegnet ist. Seine herausragende Ballbehandlung, gepaart mit einer Schusstechnik, die seinesgleichen sucht, beeindrucken mich immer wieder. Justin braucht im Spiel eigentlich nur Standardsituationen oder Bälle auf den Fuß, bei denen er zwei, drei Meter Luft um sich hat. Denn sobald er den Platz hat, jagt er den Torhütern die Bälle links und rechts um die Ohren. Ich hoffe, dass er sich in Gommern in den nächsten Jahren zu einem echten Führungsspieler entwickeln wird.“

Florian Mentzel (Blau-Weiß Pretzien): „Neben Justin, der den Ball zentimetergenau überall hinzirkeln kann, stelle ich den besten Stürmer, mit dem ich während meiner Karriere zusammenspielen durfte. Flori ist ein vollkommener Offensivspieler. Er setzt seinen Körper ein, um den Ball abzuschirmen, ist unglaublich kopfballstark und zu Beginn unserer beiden Karrieren war er auch noch agil. 20 Tore pro Saison waren bei ihm Standard, 30 Tore kein Problem. Der Unterschied zu anderen Stürmern war jedoch, dass Flori nebenher ebenso viele Vorlagen lieferte. Und auch neben dem Platz ist er eine absolute Spaßkanone.“

Trainer

Thomas Wilke: „Tom war mein erster Trainer, als ich in die Herrenmannschaft kam. Er zog mich bereits mit 17 Jahren hoch und erkannte offenbar mein Talent. Mit Florian Mentzel und Mathias Reichel standen schon zwei Granaten im Sturm. Tom entschied sich jedoch dazu, das System auf drei Stürmer umzustellen und schenkte mir das Vertrauen. Auch an meiner Rückkehr zur Eintracht war er maßgeblich beteiligt. Ich glaube, mein Telefon würde heute noch klingeln, wenn ich nicht zurückgekommen wäre.“

Offensiv-Turbo: Daniel Stridde (2.v.l.) und Mittelfeld-Routinier Tobias Thormeier (3.v.l.) dürfen in der Top-Elf von Kevin Schulz keinesfalls fehlen.
Offensiv-Turbo: Daniel Stridde (2.v.l.) und Mittelfeld-Routinier Tobias Thormeier (3.v.l.) dürfen in der Top-Elf von Kevin Schulz keinesfalls fehlen.
Archivfoto: Michael Küssner