Fußball

Ereignisreiche Reise zur Fußball-Europameisterschaft

Abteilungsleiter des SV Eilsdorf 1958 und Mitglied im Spielausschuss des KFV Fußball Harz blickt auf schöne Fußball-Momente zurück

Den Harzliga-Aufstieg mit dem SV Eilsdorf in der Saison 2017/18 behält Steffen Köhler als schönsten sportlichen Erfolg in Erinnerung.
Den Harzliga-Aufstieg mit dem SV Eilsdorf in der Saison 2017/18 behält Steffen Köhler als schönsten sportlichen Erfolg in Erinnerung. Foto: Köhler

Schönstes Erlebnis als Sportler:

Neben dem einen oder anderen einzelnen Spiel bleiben natürlich die Aufstiege mit dem SV Eilsdorf 1958 in der Saison 2001/02 und mit dem SV Olympia Schlanstedt in der Spielserie 2002/03 in Erinnerung. Als emotionalsten Moment möchte ich jedoch den Aufstieg und Staffelsieg mit dem SV Eilsdorf in der Saison 2017/18 nennen.

Die anderen Aufstiege waren zwar ebenso schön, aber nach einigen schweren Verletzungen war mit ungefähr 20 Jahren meine aktive Laufbahn eigentlich schon mehr oder weniger beendet. Dass ich dann mit fast 35 Jahren noch einmal als Spieler einen Aufstieg feiern durfte, war schon etwas besonderes und so nicht zu erwarten. Mit einer tollen Mannschaft und einem tollen Team im Umfeld spielten wir eine ganz starke Saison und lieferten uns lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Nienhagener SV. Kurz vor Saisonende patzte dann der Konkurrenz und wir ließen uns den Staffelsieg nicht mehr nehmen.

Nachdem der SV Eilsdorf einige schwierige Jahre überstanden hatte, in dem man wegen personeller Probleme schon oft „totgesagt“ wurde, war das ein riesiger Erfolg für unseren kleinen Verein und war der Lohn für den Zusammenhalt in den vergangenen schweren Zeiten.

Schönstes Erlebnis als Zuschauer:

Es gibt es einige schöne Erlebnisse, zu denen auch zwei Partien bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zählen. Das Highlight war jedoch unsere Reise zur Europameisterschaft 2012 in die Ukraine. Am 17. Juni waren wir beim letzten Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Dänemark in Lwiw (Lemberg) dabei.

Das Spiel war zufriedenstellend, durch einen 2:1-Sieg sicherte sich die Deutsche Nationalmannschaft den Einzug in die Endrunde. Doch das eigentlich Highlight war das Drumherum. Angefangen hatte es mit einer sehr lustigen und feuchtfröhlichen Fahrt mit dem Fernbus von Magdeburg nach Lwiw. Danach bezogen wir unsere Zelte im Fancamp, das in der Nähe von Lwiw gelegen war. Von dort aus machten wir uns gleich wieder mit dem Shuttle-Service auf den Weg in die Stadt zum großen Fanfest. Es sollte nicht die letzte abenteuerliche Taxifahrt sein, denn mit den Verkehrsregeln nimmt man es dort nicht so genau.

Auf der Fanmeile wurde dann schon Stunden vor dem Spiel ganz friedlich mit den dänischen Fans und den gastfreundlichen Ukrainern gefeiert, bevor sich dann alle auf den Weg ins Stadion machten. Nach dem Spiel stand man dann gefühlt in einem Niemandsland vor dem neu gebauten Stadion am Stadtrand von Lwiw. Weit und breit gab es nichts zu essen und zu trinken. Doch das war uns egal, denn wir waren schon viele, viele Stunden unterwegs und an Schlaf war bisher kaum zu denken.

Nach einer kurzen Nacht hatten wir dann noch einen weiteren Tag und eine weitere Nacht in Lwiw. Wir verbrachten die Zeit größtenteils auf der Fanmeile, sahen uns noch etwas die Stadt an und trafen immer wieder auf andere Fans aus anderen Ländern.

Immer noch in Feierlaune, ging es dann wieder feuchtfröhlich mit dem Fernbus zurück in die Heimat. Es war gewiss nicht alles perfekt bei diesem Trip, vor allem vor Ort in der Ukraine, aber die vielen Begegnungen mit gleichgesinnten Menschen führte zu einem unvergesslichen Erlebnis, das noch immer für reichlich Gesprächsstoff auf jeder Feier sorgt.

Die Fahrt zum Spiel gegen Deutschland gegen Dänemark  bei der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Lwiw in der Ukraine  gehörte für Steffen Köhler (links) zu den absoluten Highlights als Zuschauer.
Die Fahrt zum Spiel gegen Deutschland gegen Dänemark bei der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Lwiw in der Ukraine gehörte für Steffen Köhler (links) zu den absoluten Highlights als Zuschauer.
Foto: Köhler