Fußball

Kritik an Grabenkämpfen beim FSA

Olaf Herbst hat seine Kandidatur als neuer Präsident des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt (FSA) zurückgezogen. Außerdem übt er scharfe Kritik am Verhalten und der Arbeitsweise des Präsidiums.

Olaf Herbst, der als langjährigerVereinspräsident des VfB Germania Haberstadt über wertvolle Erfahrung verfügt, hat seine Kandidatur für das Präsidentenamt des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt zurückgezogen.
Olaf Herbst, der als langjährigerVereinspräsident des VfB Germania Haberstadt über wertvolle Erfahrung verfügt, hat seine Kandidatur für das Präsidentenamt des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt zurückgezogen. Foto: Florian Bortfeldt

Halberstadt

fupa/mhd

In diesem Sommer wird, dann etwas verspätet, ein neues Präsidium im Fußballverband Sachsen-Anhalt gewählt. Auf dem Verbandstag, der ursprünglich im November abgehalten und coronabedingt vertagt werden musste, werden sowohl der Präsident des FSA, als auch die fünf Vizepräsidenten gewählt. Eigentlich wollte man beim Verband neue Wege beschreiten und mithilfe einer Findungskommission ein geeignetes Kandidaten-Team aufstellen, angeführt von Olaf Herbst, der als Präsident fungieren sollte.

Zum anderen ist das Präsidium hier in der Verantwortung und hätte im Grunde zurücktreten müssen, allein schon aus moralischen Beweg- gründen.

Olaf Herbst

Olaf HerbstDer langjähriger Präsident des Regionalligisten VfB Germania Halberstadt schien auch bereit, den Verband in schwierigen Zeiten führen zu wollen. Das Stimmungsbild des Architekten hat sich mittlerweile deutlich gewandelt. Euphorie und Tatendrang sind gewichen und großer Unmut ist stattdessen nun der Begleiter. Herbst hat seine Kandidatur wieder zurückgenommen und begründet den Schritt mit drei Faktoren.

„Ich bin sehr enttäuscht über das Verhalten einiger Herren im FSA-Präsidium. Die Findungskommission wurde von allen im Präsidium und Vorstand einstimmig akzeptiert, und später wurden die Beschlüsse dann nicht anerkannt. Dies ist sehr befremdlich und mir fehlt jedwedes Verständnis. Für mein Dafürhalten ist dieses Verhalten moralisch verwerflich“, zeigt sich Herbst frustriert. Gemeint sind interne Absprachen, dass sich neben Herbst noch weitere Personen aus dem aktuellen Präsidium als Kandidat für das höchste Amt beim Fußballverband Sachsen-Anhalt aufstellen wollten.

Finanzskandal: FSA veruntreute rund 400.000 Euro

Ein weiterer Aspekt sei laut Herbst der aufgedeckte Finanzskandal. Im November wurde bekannt, dass etwa 400.000 Euro beim FSA veruntreut wurden. „Dies wurde und wird aus meiner Sicht keineswegs transparent aufgeklärt. Da wird auf Nachfrage gemauert. Hier vermisse ich den Willen einer sauberen Aufklärung. Zum anderen ist das Präsidium hier in der Verantwortung und hätte im Grunde zurücktreten müssen, allein schon aus moralischen Beweggründen“, kritisiert Herbst.

Zudem missfiel dem ehemaligen Vereinschef des VfB Germania Halberstadt auch die interne Kommunikationskultur des Verbandes. „Es werden dort intern Grabenkämpfe geführt, die den Verband daran hindern, voranzukommen. Zu viele Auseinandersetzungen und persönliche Befindlichkeiten, dazu keine klare Linie in der Ausrichtung, das trägt natürlich dazu bei, dass man beim FSA mit großen Problemen zu kämpfen hat. Es bedarf auch struktureller Veränderungen, will man sich nachhaltig aufstellen, um den Aufgaben gewappnet zu sein“, weiß Herbst.

Da nun die Findungskommission ad acta gelegt wurde, kann es unter Umständen zu einem Hauen und Stechen um die Posten im FSA-Präsidium kommen. Dies wollte man seitens des Verbandes eigentlich vermeiden.