Tennis

TC Rotehorn: Mexikanerin Andrea Barroso Torres bringt internationales Flair im Stadtpark

Spieler aus vielen verschiedenen Nationen sind beim TC Rotehorn an den Netzen. Der Verein aus dem Stadtpark steht für Weltoffenheit. Die 19-jährige Mexikanerin Andrea Barroso Torres ist dafür das beste Beispiel.

Von Dennis Uhlemann
Tennis ist die große Leidenschaft der Mexikanerin Andrea Barroso Torres.
Tennis ist die große Leidenschaft der Mexikanerin Andrea Barroso Torres. Foto: Dennis Uhlemann

Magdeburg - Wenn Andrea Barroso Torres, Mario Kamprad und Harald Siebert im Vereinsheim des TC Rotehorn gemeinsam am Tisch sitzen und sich über Gott und die Welt unterhalten, dann herrscht eine unheimlich vertraute Atmosphäre. Als würde die 19-jährige Mexikanerin die beiden Herren schon Jahrzehnte kennen. Dabei ist sie erst seit wenigen Monaten wieder hier.

„Hier sind alle sehr nett. Es gibt sogar manchmal Kuchen“, sagt die Frohnatur lachend. Die Tennisspielerin fühlt sich so richtig wohl beim TC Rote-horn. Und der Verein hat sie liebend gern aufgenommen. Immerhin bringt sie nicht nur sportliche Qualität, sondern auch internationales Flair in den Stadtpark. Wobei sie das lange nicht allein macht: Spieler aus Guatemala, Indien, Russland, Polen, Österreich, Tschechien sowie Libyen bereichern die sportliche Vielfalt auf der Elbinsel.

„Wir sind ein weltoffener Verein, der niemanden abweist – egal welcher Herkunft oder Hautfarbe. Wer Tennis spielen will, ist bei uns willkommen“, sagen Kamprad und Siebert, die sich beim Verein lachend als „die beiden Mädchen für alles“ bezeichnen, unisono.

Somit dauerte auch die Integration von Barroso Torres nicht lange. Was aber auch daran liegt, dass die Mexikanerin nicht zum ersten Mal beim Verein aufschlägt. Sie war schon einmal von 2017 bis 2018 für ein Austauschjahr hier und spielte Tennis in der Elbestadt. Seit September ist sie wieder in Deutschland. „Ich habe mein C-2-Zertifikat gemacht“, berichtet die angehende Studentin, die fließend Deutsch spricht. Da sie in ihrer Heimat allerdings kein Stipendium bekommen hat, verlängerte sie ihren Aufenthalt deshalb noch einmal. Eigentlich wollte Barroso Torres nur bis Januar bleiben, jetzt vermutlich bis Juni. „Oder auch länger.“

Will sie die Sommersaison miterleben, sollte sie noch ein paar Wochen dranhängen. Der Tennisverband Sachsen-Anhalt gab zumindest bekannt, den Punktspielbetrieb aufgrund der Infektionslage frühestens Mitte Juni starten lassen zu wollen. „Ich hoffe darauf, dass ich hier noch Punktspiele machen kann“, sagt Barroso Torres, die entweder für die erste oder zweite Damenmannschaft (beide Landesoberliga) auflaufen soll.

Die Qualität bringt sie definitiv mit. Spielte sie in ihrem Heimatort Tehuacán, südöstlich von Mexiko-Stadt, als kleines Mädchen noch Fußball, wechselte Barroso Torres bereits im Grundschulalter zum Rückschlagspiel. „Ich habe eine Einladung zum Probetraining bekommen. Mir hat das direkt sehr gut gefallen.“ In Mittelamerika brach damals ein kleiner Tennis-Hype aus. Allein in ihrem Verein spielten über 100?Kinder.

In Mexiko zahlreiche Titel eingefahren

Doch Barroso Torres schrieb eine ganz besondere Erfolgsgeschichte. Immerhin räumte sie in ihrer Heimat zahlreiche Medaillen ab – erst auf Stadtebene, dann auch landesweit. „Zu den ITF-Junioren habe ich es aber nie geschafft“, sagt sie, ohne es aber groß zu bedauern, nicht an Turnieren des internationalen Verbandes teilgenommen zu haben. „Ich habe mich für Schule statt für Sport entschieden.“

Tennis bleibt aber ihr größtes Hobby. Sie trainiert auch heute noch regelmäßig, wenn das Wetter passt und ein Spielpartner vor Ort ist. „Man muss nicht nur körperlich fit sein, sondern auch wissen, wie man seine Emotionen kontrolliert“, beschreibt sie den Reiz an dem Sport. Sie spielt viel Volley und Slice, auch mal mit Stopp-Bällen, nie aber zu hektisch. Ihr großes Vorbild: Roger Federer. „Ich liebe ihn über alles“, sagt sie freudestrahlend.

Es ist auch diese positive Ausstrahlung, die Barroso Torres beim TC Rotehorn einbringt, die den Verein bereichert. So wie die Einflüsse der vielen weiteren internationalen Spieler.