Sport

Sportler aus dem KSB Altmark-West berichten von ihren Gegnern

Einige Gegner hinterlassen bei Sportlerinnen und Sportlern durchaus bleibende Erinnerungen - gute und schlechte.

Von Fabian Schönrock
Sandrino Benecke (Mitte) erinnert sich nur ungern an den Möckeraner TV zurück. Gegen diesen Gegner hat der VfB Klötze 2016 den Einzug ins Nordcup-Finale verpasst, was auch an Beneckes Leistung lag.
Sandrino Benecke (Mitte) erinnert sich nur ungern an den Möckeraner TV zurück. Gegen diesen Gegner hat der VfB Klötze 2016 den Einzug ins Nordcup-Finale verpasst, was auch an Beneckes Leistung lag. Foto: Thomas Koepke

Altmarkkreis - Gegen die Topteams hat man es immer schwer. Es gibt aber auch Gegner, die sich normalerweise auf einem ähnlichen Leistungsniveau bewegen, gegen die man aber trotzdem konsequent den Kürzeren zieht. Andersherum gibt es auch immer den einen oder anderen Kontrahenten, gegen den man besonders gut aussieht. So hat jede/r Sportlerin seine/ihre eigenen guten und schlechten Erfahrungen mit den Kontrahenten über die Jahre gesammelt.

Fabian Beck, Fußballer SSV 80 Gardelegen

„Als Gegner in negativer Erinnerung geblieben ist mir Saxonia Tangermünde in der Saison 2018/2019. Wir haben zwar mit Eintracht Salzwedel in Tangermünde beim 1:1-Unentschieden nicht verloren, dennoch hat sich dieses Resultat wie eine Niederlage angefühlt. In diesem Spiel wurde mir selbst der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer wegen einer angeblichen Abseitsposition aberkannt. Das Tor hätte uns vielleicht beziehungsweise höchstwahrscheinlich zum Aufstieg in die Landesliga verholfen. Deswegen war die Mannschaft nach einer starken Spielzeit und Rang drei in der Endabrechnung der Landesklasse Staffel 1 sehr gefrustet.

Als Gegner positiv in Erinnerung geblieben ist mir der FSV Barleben. Gegen Barleben habe ich den für mich schönsten Moment auf dem Platz erleben dürfen, als ich mein Startelfdebüt in dieser Verbandsliga-Saison beim 2:1-Erfolg mit dem SSV 80 Gardelegen feiern konnte. Unter Flutlicht um 18.30 Uhr und bei Fritz-Walter-Wetter waren für einen Fußballer hervorragende Rahmenbedingungen gegeben. Als das Führungstor zum 1:0 durch Xaver-Dan Haak für uns gefallen ist, man diese Emotionen gespürt und gesehen hat, bereitete mir das pure Gänsehaut. Das Spiel hatte alles, was den Fußball verkörpert, mitgebracht. Als Sascha Gütte unmittelbar nach dem Ausgleichstreffer zum Siegtor traf, setzte dies dem Ganzen das i-Tüpfelchen auf.“

Philipp Lemme, Handballtrainer Frauen Diesdorfer SV

„Positiv als Gegner in Erinnerung geblieben ist mir der SV Blau-Gelb Goldbeck. Nach knapp 30 Minuten haben wir gegen den SV Blau-Gelb Goldbeck mit 10:1 geführt. In dieser Begegnung konnten wir als Mannschaft gegen den Aufsteiger unser Leistungsvermögen zeigen. Der Barleber HC dagegen ist mir als Gegner eher negativ in Erinnerung geblieben. Die Barleber gelten als unser Angstgegner. Wir konnten gegen Barleben zwar immer gut mithalten, aber wenn sie in der Partie drin waren, haben meine Spielerinnen zu viel nachgedacht. Vermutlich hatten die Spielerinnen im Kopf, dass Barleben eine viel zu gute Mannschaft für uns ist. Wir kamen aufgrund unserer Grübelei nicht mehr ins Spiel und haben am Ende stets mit mindestens acht Toren Rückstand verloren.“

Alexander Vogel, Handballer SV Oebisfelde

„Grundsätzlich spiele ich gegen jede Mannschaft gern, besonders wenn es sich um Derbys handelt. Im Männerbereich beim SV Oebisfelde haben mich die Derbys immer fasziniert, denn diese haben ihre eigenen Regeln. Vor allem die letzten Derbys gegen die HG 85 Köthen vor großem Publikum hatten es immer in sich. Zuletzt spielten wir im März 2020 gegeneinander. Danach wurde die Saison leider abgebrochen. Im Oktober 2020 konnten wir uns zum Glück wieder gegeneinander duellieren. In jenem Spiel war ordentlich Feuer drin.“

Sandrino Benecke, Handballer VfB Klötze

„Negativ als Gegner in Erinnerung geblieben ist mir der Möckeraner Turnverein im Jahr 2016. Gegen Möckern haben wir im Halbfinale des Nordcups denkbar knapp mit 27:26 verloren. Insgesamt haben wir als Mannschaft nicht unsere beste Leistung gebracht. Was mich anbelangt, lieferte ich in jener Begegnung mein wohl schlechtestes Spiel ab, das ich je gespielt habe. Da ging einfach gar nichts. Noch viel bitterer war aber, dass unsere Fans extra mit dem Bus angereist sind, um uns zu unterstützen und wir es nicht ins Endspiel geschafft haben. Das tat mir für unsere Anhänger sehr leid. Wir Spieler waren mit dem Kopf wohl schon im Finale, sind mit der Gangart in jenem Spiel nicht wirklich klargekommen und haben einfach zu viele Möglichkeiten - allen voran ich - liegengelassen. Positiv als Gegner in Erinnerung geblieben ist mir der Magdeburger SV 90. Das Auswärtsspiel in der Saison 2015/2016 gehörte dabei zu den schönsten Momenten meiner sportlichen Laufbahn. Dabei hatten wir vor dem Anwurf dieser Partie nicht mehr wirklich an einen Sieg und den damit verbundenen möglichen Aufstieg geglaubt. Wir sind nicht davon ausgegangen, in Magdeburg etwas holen zu können. Letztlich gewannen wir das Spiel mit einem Tor Unterschied, welches ich in der 60. Minute direkt per Neunmeter erzielt hatte. Danach sind alle Spieler auf den Platz gestürmt und feierten. Leider hatten wir letztendlich nicht viel aus diesem Erfolgserlebnis und der sportlich guten Ausgangsposition gemacht. Das lag unter anderem am Fehlen unseres Akteurs Stephan Philipp im Duell gegen den SV Irxleben. Nach der Saison ist die Mannschaft mehr oder weniger auseinandergefallen. Ich selbst kehrte dem VfB den Rücken und bin nach dieser Spielzeit zwischenzeitlich zum HSV Warber Lelm gewechselt.“