Leichtathletik

15. Solecup in Schönebeck bietet spannende Wettkämpfe

Es war ein weiter Weg mit ganz viel Anlauf. Doch nun war es soweit. Die 15. Auflage des Schönebecker Solecups konnte endlich steigen.

Von Michael Jacobs
Carolin Paesler (TSV Bayer 04 Leverkusen) sicherte sich beim 15. Schönebecker Solecup mit einer Weite von 66,54 Metern den Sieg im Hammerwerfen der Frauen.
Carolin Paesler (TSV Bayer 04 Leverkusen) sicherte sich beim 15. Schönebecker Solecup mit einer Weite von 66,54 Metern den Sieg im Hammerwerfen der Frauen. Foto: Kevin Sager

Schönebeck - Und auch wenn die Fans nur Zaungäste blieben, wurde es eine gelungene Veranstaltung. Kein „Uh“, kein „Ah“ und auch kein Applaus von den Zuschauerrängen. Die 15. Auflage des Schönebecker Solecups war eine besondere Veranstaltung. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie musste das traditionelle Werfermeeting in der Elbestadt am Mittwoch zum ersten Mal ohne Zuschauer ausgetragen werden.

Große Freude bei Organisatoren

Hans-Peter Bischoff, seit vielen Jahren einer der Organisatoren stellte dennoch fest: „Es war in diesem Jahr aufregend, irgendwie immer wieder neu, aber wir freuen uns riesig, dass wir das hier heute machen dürfen.“

Trotzdem herrschte im Leichtathletik-Stadion an der Magdeburger Straße irgendwie eine merkwürdige Wettkampf-Stimmung vor. Die Athleten gingen dennoch sehr motiviert an den Start. Immerhin stehen in weniger als zwei Wochen auch die Deutschen Meisterschaften in Braunschweig an. Folgerichtig bot das Event in Schönebeck eine gute Standortbestimmung für viele Sportler.

Hammerwerfen zum Auftakt

Das war beispielsweise gleich beim ersten Wettbewerb des Tages, dem Hammerwerfen der Frauen, zu sehen. Hier dominierte Carolin Paesler vom TSV Bayer 04 Leverkusen die Konkurrenz. Die 30-Jährige sicherte sich mit 66,54 Metern den Sieg. Damit gelang der gebürtigen Halberstädterin nicht nur der weiteste Wurf, sondern sie war auch die einzige Athletin des Wettbewerbs, die sechs gültige Versuche zustande brachte. Vier davon landeten jenseits der 65-Meter-Marke. Nah heran kam die Zweitplatzierte Charlene Woitha (64,93 Meter) vom SCC Berlin, während Michelle Döpke (Leverkusen) mit 61,78 Meter den dritten Platz belegte.

Die weibliche U20-Konkurrenz im Hammerwerfen gewann unterdessen Esther Imariagbee vom Berliner TSC mit 63,14 Metern souverän vor Yvette Dounia (LG Berlin).

Das erste große sportliche Highlight des Tages boten dann die Männer im Diskuswerfen. Hier siegte Daniel Jasinski, während Olympiasieger Christoph Harting nur den siebten und letzten Platz belegte. Der Berliner dürfte damit ebenso unzufrieden gewesen sein, wie Nadine Müller vom SV Halle. In der Damen-Konkurrenz warf sie den Diskus lediglich auf 56,25 Meter und lag auf Rang fünf am Ende des Feldes deutlich hinter Siegerin Claudine Vita vom SC Neubrandenburg. Sie kam auf eine Weite von 62,52 Metern.

Einen spannenden Wettkampf boten indes die Speerwerfer. Diesen gewann schlussendlich Bernhard Seifert vom SC Potsdam. Der 28-jährige sorgte 2019 für Aufsehen, als er seinen sicheren WM-Startplatz wegen eines für ihn unerklärlichen Leistungsabfalls freiwillig an Julian Weber abtrat. Für diese Geste erhielt er anschließend den Fair-Play-Preis des Deutschen Sports. Beim Solecup kam es nun jedoch nicht zum Duell der beiden Kontrahenten, denn Weber sagte kurzfristig ab. Und so sicherte sich Seifert den Sieg, auch wenn er mit seiner Weite von 79,28 Metern nicht gänzlich zufrieden schien. Rang zwei ging an Tom Meier (LC Jena) mit 77,79 Metern vor Maurice Voigt (LG Ohra Energie), der den Speer auf 75,41 Meter schleuderte.