Handball

Calbenserin Christiane Wilke präsentiert ihre Top 7

Christiane Wilke vom Sachsen-Anhalt-Ligist TSG Calbe präsentiert in der Volksstimme-Rubrik „Meine Top 7“ die besten Mitspielerinnen ihrer bisherigen Karriere.

Christiane Wilke (am Ball) steht seit vielen Jahren erfolgreich für die TSG Calbe auf der Platte. In der Top-Sieben ihrer Laufbahn finden sich dementsprechend auch etliche TSG-Spielerinnen wieder.
Christiane Wilke (am Ball) steht seit vielen Jahren erfolgreich für die TSG Calbe auf der Platte. In der Top-Sieben ihrer Laufbahn finden sich dementsprechend auch etliche TSG-Spielerinnen wieder. Foto: Frank Nahrstedt

Calbe - sle/mjc

Während der Überlegungen, welche Spielerinnen schlussendlich aufgestellt werden, hatte Christiane Wilke des Öfteren ein Lächeln auf den Lippen.

„In meinen Jahren im Handballsport habe ich mit einigen Mädels zusammengespielt. Die Allermeisten sind mir in wirklich guter Erinnerung geblieben und wenn ich so an die Zeiten zurückdenke, muss ich unglaublich schmunzeln. An dieser Stelle sei gesagt, dass ich die Auflistung meiner Top 7 keinesfalls ausschließlich an spielerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten vornehmen kann. Vielmehr ist es die Summe aus diesen und den Momenten des gemeinsamen Lachens, Weinens, Schwitzens und Zusammenseins“, erklärt Wilke.

Torhüterin

„Torhüter im weiblichen Handballsport waren stets heiß begehrte Ware. In meiner Handballzeit wären zwar doch ein paar zu nennen, jedoch ragt Kathrin Kitzing (Gutsch) alias ,Gutschi’ da ziemlich hervor. Ein paar Jahre trugen wir das gleiche Trikot, begegneten uns aber auch oft als Gegner mit entsprechend Spaß am gegenseitigen Spiel. Ihr lockerer Stil und ihre demnach lockeren Sprüche liegen mir immer noch im Ohr. Eben ein echtes KuKaKöthen-Mädchen zwischen den Pfosten der TSG Calbe. Ihre Pässe über das ganze Spielfeld, die vom Raunen des Publikums und der eigenen Spielerinnen begleitet wurden und dennoch punktgenau ihr Ziel fanden, waren neben den teils unglaublichen Paraden im Tor ihre absolute Stärke.“ Rechtsaußen

Rechtsaußen

„Wen soll ich da anderes benennen als die ,beste Rechtsaußen, die es gibt’ (Zitat einer Gegenspielerin). Melanie Thiele (Sauer) alias ,Melle’ und ich kennen uns und spielen seit 2007 zusammen. Seit ihrem Wechsel vom SV Irxleben zur TSG Calbe sorgte und sorgt sie mit ihren kurzen, aber unglaublich flinken Schritten und Drehungen für so einige fulminante Tore. So bleibt auch das entscheidende Tor zum Sieg im Pokalfinale 2008/2009 mit der TSG Calbe gegen den TSV Niederndodeleben unvergessen. Nicht nur spielerisch weiß sie bis heute mit ihrem Ehrgeiz, ihrer Motivation und ihrem Spielverständnis zu beflügeln, auch menschlich ist sie einer der feinsten Personen, die ich kenne.“

Kreisläufer

„Da ich die Freude hatte einige Jahre beim FSV Magdeburg zu spielen, eine Mannschaft aus einer Reihe von Mädels, die mitunter in der 2. Bundesliga gespielt haben, komme ich nicht umhin Kristin Fritz (Schüler) alias ,Tine’ für die Kreisposition zu nominieren. ,Tine’ ist eine Granate. Spielen konnte sie auf jeder Position. Zudem war sie auf jeder Position einfach nur unglaublich gut und strahlte dabei noch eine beeindruckende Abgeklärtheit aus. So einige Schlachten haben wir zusammen geschlagen. Nicht nur auf dem Spielfeld, auch im Partyurlaub. Tine ist ein kleines Wunder, immer gut drauf, frech, mit stets offenem Ohr und souverän zugleich.“

Rückraum Mitte

„Auch hier bleibt kein Spielraum für langes Überlegen. Ich kann mich nicht erinnern, wann Stefanie Lenhart (Hüls) alias ,Beffi’ und ich uns erstmals spielerisch begegnet sind, aber es muss echt sehr lange her sein und liegt weit im Jugendbereich der TSG Calbe. Wir haben in vielen gemeinsamen Jahren Höhen und Tiefen erlebt und sind uns trotz kurzzeitiger Trennung auf dem Spielfeld freundschaftlich immer treu geblieben. Sie war mit ihrer überlegten und warmherzigen Art stets prädestiniert für den Titel des Mannschaftskapitäns. ,Beffi’ ist gefürchtet für ihre Schlagwürfe und ihre souveräne Gangart in der Defensive im Mittelblock. Mit ihrer Ruhe, Übersicht und Motivation des Teams hat sie unserer Mannschaft in so manchem Spiel das Quäntchen Überlegenheit zum Sieg beschert.“

Rückraum links

„Kristin Sroka alias ,Sroki’ ist eine Institution. Wir sagen scherzhaft: Ihr gehört die TSG Calbe. Ich kann mir sportliche Momente ohne sie kaum vorstellen. Auch außerhalb des Handballs haben wir sehr viele tolle, einzigartige Momente erlebt. ,Sroki’ ist nicht nur bekannt dafür, die letzte nach dem Duschen zu sein, sie ist auch bekannt für ihre Tore aus dem Rückraum passgenau ins lange Eck oben beziehungsweise mit ihrer Eins-gegen-eins-Finte mit Passtäuschung gegen die Hand. Diese Tore erzielt sie quasi im Halbschlaf und trotz des Wissens der meisten Gegner darüber, können sie ihren Erfolg selten verhindern.“

Linksaußen

„Auch Kristin Musche alias ,Krissi’ ist eine bereits sehr lange Wegbegleiterin und Freundin auch außerhalb des Sports. Wir spielten erst gemeinsam bei der TSG Calbe und dann beim FSV 1895 Magdeburg. ,Krissi’ ist eine unglaublich explosive und schnelle Spielerin, die zudem sehr variabel einsetzbar ist und auch auf anderen Positionen immer Dampf zu machen weiß. Sie ist eine der zielstrebigsten und geradlinigsten Menschen, die ich kenne.“

Rückraum rechts

„Anne Pätzold ist eine gefürchtete Gegenspielerin. Ich jedenfalls habe lieber mit ihr zusammengespielt, als etliche Gegentore von ihr zu kassieren oder in der Abwehr gegen sie keinen Stich zu sehen. Anne sorgt schon durch ihre Größe und ihre energiegeladenen Bewegungen für absoluten Respekt beim Gegner. Ihre Kraft, die sie sowohl im Angriff und in der Abwehr gekonnt einzusetzen weiß, sind absolut beeindruckend. Halbherzigkeit beim Handball ist ihr ein Fremdwort.“

Trainer

„Da möchte ich gerne ein Trainergespann benennen. Frank Falke und Ronald Kampe waren einzeln und auch zusammen viele Jahre meine Trainer. Ich habe viel von ihnen gelernt. Beide haben sich immer mit ganzem Herzen für ihre Mannschaft aufgeopfert und teils sehr detailversessen versucht an kleinen Schrauben zu drehen. Sie haben zu jedem Zeitpunkt an uns geglaubt und nach den Siegen mit uns zusammen Freudentränen vergossen. So bleiben die Erfolge im Landespokal 2009 und 2010, der Gewinn des Supercups 2010 sowie der Kampf um den Aufstieg in die neugegründete Mitteldeutsche Oberliga 2010 einfach nur unvergessen.“