Tennis

Brandt: „Wollten keine zweite Tennis-Saison ohne Absteiger“

Interview zum Start mit Oliver Brandt, dem „Herrn der Spielpläne“ beim Landesverband TSA

Oliver Brandt
Oliver Brandt Foto: Archiv

Der sich abzeichnende Start der Tennissaison hat Oliver Brandt arbeitsreiche Tage beschert. Als Referent technischer Spielbetrieb im Tennisverband Sachsen-Anhalt musste aus den vorhandenen Staffeleinteilungen und freien Wochenenden bis zum Start der Sommerferien der Spielplan für die Sommerserie 2021 erstellt werden. Der Volksstimme verriet Brandt, welche Schwierigkeiten auf dem Weg dorthin lauerten, worauf sich die einzelnen Mannschaften einstellen müssen und warum eine weitere Übergangssaison keine Überlegung war.

Volksstimme: Herr Brandt, wie ist es um Ihre Vorfreude mit Blick auf den Saisonstart bestellt?

Oliver Brandt: Sie ist sehr groß. Und ich merke, dass es nicht nur mir so geht. Nachdem wir im Winter einen neuen Rekord an Mannschaftsmeldungen verzeichnet haben und die Punktspiele dann leider abgesagt werden mussten, wollen fast alle, mit denen ich gesprochen habe, endlich wieder spielen.

Der Saisonstart hat sich um sechs Wochen verschoben. Auf welche Veränderungen müssen sich die Mannschaften für den Spielbetrieb einstellen?

Wichtig ist, dass nicht nur Einzel, sondern auch Doppel gespielt werden können. Das war lange Zeit nicht klar. Auch die Umkleiden und Sanitärbereiche im Verein können nach Freigabe des Betreibers der Sportstätte grundsätzlich geöffnet werden. Was neu ist, ist eine Testpflicht vor jedem Punktspiel. Der Test darf nicht älter als 24 Stunden sein. Das wird vielleicht nicht jedem gefallen, ist aber aufgrund der aktuellen Verordnung notwendig. Ausgenommen von der Testpflicht sind Genesene und vollständig geimpfte Personen.

Vereinzelt wurden Staffelstärken angepasst, um den regulären Spielbetrieb vor den Sommerferien zu beenden. Nach welchen Gesichtspunkten erfolgte die neue Einteilung?

Ausschließlich nach regionalen Aspekten. Durch den verspäteten Saisonstart am 11. Juni standen uns nur noch sechs Wochenenden bis zum Beginn der Sommerferien zur Verfügung. Wir haben daher versucht, alle Staffeln auf sechs Mannschaften zu reduzieren. In den unteren Spielklassen war das problemlos möglich. In den Landesoberligen haben wir es nicht immer geschafft. Am Ende blieben von 70 Staffeln nur vier Siebener-Staffeln über. Hier mussten wir einen Doppelspieltag ansetzen. Ich glaube aber, damit können die Vereine leben. Schlimmer wäre es, wenn wir in den Ferien gespielt hätten. Dann hätten sicherlich einige Mannschaften zurückgezogen.

Der Landesverband hat sich für eine reguläre Saison mit Einzel und Doppel sowie Auf- und Abstieg entschieden. Nach welchen Kriterien wurde entschieden?

Wir wollten keine zweite Saison ohne Absteiger. Von Auf- und Abstiegen lebt der Wettkampf. Wichtig war für uns, dass sich die Rahmenbedingungen seit Meldebeginn nicht wesentlich verändert haben. Es wird im Einzel und Doppel gespielt und alle Spiele finden bis zum Ferienbeginn statt.

Geben Sie uns einen Einblick in die Entscheidungsfindung. Wie läuft so ein Prozess bis zum endgültigen Beschluss ab?

Die Entscheidung fällt das Präsidium des Tennisverbandes Sachsen-Anhalts um Präsident Axel Schmidt. Die Vorschläge zur Durchführung des Punktspielbetriebs werden allerdings in der Sportkommission unter dem Vorsitz von Sportwart Maximilian Pefestorff erarbeitet und diskutiert. Hier haben wir in den letzten Wochen in vielen Online-Sitzungen konstruktiv zusammengearbeitet. Auch das Präsidium des TSA wurde frühzeitig involviert und immer auf dem Laufenden gehalten. Am Ende haben wir, da bin ich mir sicher, eine gute Lösung für die Tennisspieler im Land gefunden. Und selbst wenn im Einzelfall nicht jedem Spieler alle Termine in die persönliche Planung passen, können wir doch endlich wieder spielen. Das ist letztlich das Wichtigste.