Tennis

TC Wernigerode: Ein Auftakt, der Mut macht

Ein vielversprechendes Debüt haben die Tennis-Herren 30 vom TC Wernigerode in der Bundesliga gegeben.

Von Ingolf Geßler
Der Hallenser Erik Voloshin schlug nach dem Ausfall der drei Wernigeröder Topspieler als Nummer eins für den TCW auf. Trotz seiner Niederlage deutete der Neuzugang vor allem mit der deutlichen Steigerung im zweiten Satz an, dass er eine wichtige Verstärkung für die Bundesliga-Saison sein wird.
Der Hallenser Erik Voloshin schlug nach dem Ausfall der drei Wernigeröder Topspieler als Nummer eins für den TCW auf. Trotz seiner Niederlage deutete der Neuzugang vor allem mit der deutlichen Steigerung im zweiten Satz an, dass er eine wichtige Verstärkung für die Bundesliga-Saison sein wird. Foto: Ingolf Geßler

Wernigerode - Zwar hat das Team um Mannschaftsleiter Stephan Sterzik sein Premierenspiel in der Elite-Liga gegen den TTK Sachsenwald aus Hamburg mit 4:5 verloren, aber die Mannschaft konnte nach der Leistung und dem knappen Spielausgang erhobenen Hauptes vom Platz gehen.

Der TC Wernigerode ging nicht mit der Aufstellung, die man sich gewünscht und die es gebraucht hätte, in sein erstes Bundesliga-Spiel. Da Martin Fafl tags zuvor in Prag zum ersten Mal Vater geworden ist, stand er nicht zur Verfügung. Przemek Lesniewski kam die letzte Terminverschiebung der Liga durch den DTB terminlich in die Quere. Auch die beiden italienischen Top-Spieler des TC Wernigerode, Gianluca Naso und Gianluca Beghi, waren im Auftaktspiel nicht dabei.

Die Gäste vom TTK Sachsenwald mussten lediglich auf ihre Nummer eins, Paul Gayroud, verzichten. Der Franzose ist zugleich der einzige internationale Spieler in Reihen der Hansestädter. Von der Position zwei bis neun waren alle Teammitglieder im Einzel oder Doppel im Einsatz. Die in den Einzeln eingesetzten Spieler waren allesamt in den Leistungsklassen 1 und 2 eingestuft – die Rollen waren also auf dem Papier klar verteilt.

Begeisterndes Tennis in den Doppeln

Die Einzelpartien liefen dann auch so, wie es zu erwarten war. Zu stark war die mannschaftliche Geschlossenheit der Hamburger Gäste. Dennoch waren die Leistungen der Wernigeröder ansprechend und für die zahlreichen Zuschauer spannend anzusehen. Marek Dvorak, erst in diesem Jahr zum TC Wernigerode gestoßen, zeigte mit seinem 6:4, 6:4-Sieg gegen Alexander Breitkopf, dass er eine echte Verstärkung ist. Auch der Hallenser Erik Voloshin wurde im Spitzenspiel nach klarem Verlust des ersten Satzes mit zunehmender Spieldauer sicherer und konnte den zweiten Satz lange offen gestalten. Am Ende fiel die 1:6, 4:6-Niederlage gegen Philipp Hammer deutlicher aus, als es der Spielverlauf aussagt. Der an Nummer drei spielende Routinier André Timme bewies Nervenstärke. Nach einem verlorenen ersten Satz drehte er das Match noch zu seinen Gunsten. Mit einem hart erkämpften 3:6, 6:2, 10:8-Sieg über Stefan Heinkel wahrte er die Minimalchance vor den Doppelspielen.

In den übrigen drei Einzelmatches gab es für den TC Wernigerode trotz großem Kampfgeist und nie erlahmender Gegenwehr bis zum letzten Ballwechsel nichts zu holen. Der an Nummer zwei eingesetzte Tscheche Martin Kamenik unterlag Sebastian Fitz glatt mit 1:6 und 0:6. Auch die im unteren Paarkreuz spielenden Sebastian Beilecke (2:6, 1:6 gegen Philipp Schulz) und Jiri Supol (1:6, 2:6 gegen Ulrich Tippenhauer) waren gegen ihre Kontrahenten letztlich chancenlos.

Trotz eines 2:4-Rückstandes nach den Einzeln zeigten die TCW-Männer in den abschließenden Doppelspielen begeisterndes Tennis und holten sich viel Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben. Während Stephan Sterzik und Sebastian Beilecke beim 1:6, 1:6 gegen das Hamburger Duo Ulrich Tippenhauer/Lucas Lepping erwartungsgemäß auf verlorenem Posten standen, dominierten die beiden anderen Paarungen ihre Gegner. Erik Voloshin und André Timme (6:3, 7:6 gegen Philipp Hammer/Sebastian Fitz) sowie Martin Kamenik und Marek Dvorak (6:4, 7:5 gegen Philipp Schulz/Philip Lang) holten mit ihren souveränen Zwei-Satz-Siegen zwei wichtige Punkte und sorgten damit für ein knappes Endergebnis, das man so im Vorfeld nicht erwarten konnte.

Das Neuland „Bundesliga“ hat die Mannschaft daher mit Bravour betreten. Und schon am nächsten Sonnabend ab 13 Uhr heißt es auf heimischer Anlage an der Tiergartenstraße an diese tolle Leistung anzuknüpfen und sich vielleicht sogar gegen die Mannschaft vom TC St. Hubert am Ende zu belohnen.

Der Teamgeist ist auch in dieser Saison ein wichtiger Faktor für die Wernigeröder Mannschaft, hier gibt Jiri Supol (rechts) seinem Teamgefährten Sebastian Beilecke zwischen zwei Aufschlagspielen wertvolle Tipps.
Der Teamgeist ist auch in dieser Saison ein wichtiger Faktor für die Wernigeröder Mannschaft, hier gibt Jiri Supol (rechts) seinem Teamgefährten Sebastian Beilecke zwischen zwei Aufschlagspielen wertvolle Tipps.
Foto: Ingolf Geßler