Tennis

TC Wernigerode mit unglücklicher Niederlage in der Bundesliga

Gekämpft, alles gegeben und am Ende doch mit leeren Händen heimgekehrt .

Von Ingolf Geßler
Tom Glücklederer verlor sein Match gegen den Kölner Lars Weyen nach packendem Spielverlauf durch eine Fehlentscheidung mit 10:12 im Match-Tie-Break.
Tom Glücklederer verlor sein Match gegen den Kölner Lars Weyen nach packendem Spielverlauf durch eine Fehlentscheidung mit 10:12 im Match-Tie-Break. Archivfoto: Ingolf Geßler

Wernigerode - Der Ausflug in die Rheinmetropole hat für die Herren 30 vom TC Wernigerode nicht die erhofften Punkte im Kampf um den Verbleib in der Tennis-Bundesliga eingebracht. Die Harzer mussten sich beim Kölner THC Stadion Rot-Weiß mit 3:6 geschlagen geben, verloren dabei gleich vier Partien im Match-Tie-Break.

Eigentlich hätte die Mannschaft vom TC Wernigerode bei ihrem Gastspiel in der Rheinstadt nach den sechs Einzelbegegnungen 4:2 führen können, ja müssen. Doch das Glück blieb dem Team um Mannschaftsführer Stephan Sterzik – wie schon in einigen Spielen dieser Saison zuvor – verwehrt. Allein in den sechs Einzelpartien gingen drei Match-Tie-Breaks hart umkämpft, äußerst knapp und unglücklich verloren.

Marek Dvorak hatte seinen Kölner Kontrahenten eigentlich im Griff, verlor dennoch, fast überraschend. Das 6:4,. 6:7, 9:11 gegen Steffen Günther war seine erste Einzelniederlage in der Saison. Noch bitterer war die Niederlage von Tom Glücklederer, denn hier spielten Stuhlschiedsrichter und Gegner ein unwürdiges Spiel. Beim Stand von 10:11, also Matchball gegen sich, spielte Glücklederer einen kurzen Crossball, für alle deutlich hör- und sichtbar, direkt auf die Linie. Doch für beide Spieler überraschend, gab der Schiedsrichter den Ball aus. Auch nach einer Nachkontrolle auf dem Court blieb er bei seiner, von allen Anwesenden so eingeschätzten, Fehlentscheidung. Der anwesende und herbei gerufene Oberschiedsrichter beließ es bei der Tatsachenentscheidung und wollte nicht korrigieren.

Gegenspieler lässt Fairplay- Gedanken vermissen

„Jetzt hätte, und dies wäre die einfachste Lösung gewesen, der Kölner Lars Weyen den Ball einfach gut geben können. Wir haben dies im Verlauf dieser Saison im Übrigen bereits mehrfach so praktiziert. Doch dies blieb aus, sportlich nicht gerade fair, weshalb das Match durch eine solche Entscheidung verloren ging“, berichtet Matthias Carius, Sportwart des TC Wernigerode. Tom Glücklederer verlor somit die Partie mit 4:6, 6:3 und 10:12.

Erik Voloshin verpasste seinen ersten Einzelsieg äußerst knapp. Der Hallenser musste sich im Nicolai Gerwald beim 5:7, 7:5 und 3:10 ebenso wie Dvorak und Glücklederer im Match-Tie-Break geschlagen geben. Auch André Timme hatte gegen den Italiener Giuseppe Menga in einer umkämpften Partie mit 4:6, 4:6 das Nachsehen. Dem gegenüber standen glatte Zwei-Satz-Siege von Martin Fafl gegen den an eins spielenden Italiener Giulio Di Meo (6:3, 6:0) und Martin Kamenik gegen Philipp Born (6:2, 7:5). Somit lag der TC Wernigerode nach den Einzeln wieder einmal mit 2:4 im Hintertreffen.

Mit dieser Ausgangslage war es natürlich kaum möglich, das Spiel noch zu drehen. Dennoch gaben die TCW-Mannen alles. Martin Fafl und Marek Dvorak spielten stark auf und holten beim 6:3, 6:2 gegen Gerwald/Born den ersten Sieg. Erik Voloshin und Tom Glücklederer verloren ihr Doppel – wie zuvor schon ihre Einzel – erneut im Match-Tie-Break äußerst knapp mit 7:6, 2:6 7:10 gegen Erlinghagen/Weyen. Im dritten Doppel mussten André Timme und Martin Kamenik die starke Performance der beiden Italiener Di Meo/Menga mit einer 4:6, 3:6-Niederlage anerkennen.

Am Ende stand aus Sicht der Wernigeröder eine 3:6 Niederlage, die einen faden Beigeschmack hinterlässt, hätte die Partie doch auch leicht in die umgekehrte Richtung laufen können. „Dennoch, Kopf hoch Männer, ihr habt Euch wiederholt stark präsentiert und hervorragend verkauft“, lobt Sportwart Carius die super Moral der Mannschaft, die nun auch im letzten Spiel zu einem erfolgreichen Saisonabschluss führen soll. Nächste Woche pausiert die Liga, ehe es am 21. August im finalen Saisonspiel daheim gegen den aktuellen Tabellenzweiten, TV Espelkamp-Mittwald, geht. Der Verein hofft schon jetzt auf viele Zuschauer, die das Team ein letztes Mal innerhalb Deutschlands höchster Spielklasse unterstützen wollen.