Breitensport

Vereine rund um Zerbst stehen in den Startlöchern

Optimismus macht sich breit: Sportvereine können wieder mit einem normalen Trainingsalltag planen.

Simone Zander - Zerbst Die 12. Landesverordnung, die die Landesregierung Sachsen-Anhalt am 7. Mai erlassen hat, schafft Freiräume, zumindest ab einer Inzidenz unter 100. Und diese wurde im Landkreis Anhalt-Bitterfeld erreicht. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Werktagen unter 100, gelten für den jeweiligen Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt neue Regelungen. Unter anderem die, dass „im Bereich des Sports im Freien wieder in Gruppen bis zu 25 Personen, einschließlich des Trainers, trainiert werden kann“ (Volksstimme berichtete).

Somit stehen die Vereine in den Startlöchern. Sie warten auf das offizielle Okay seitens der Behörden. „Bei einer Inzidenz unter 100 entfällt die Bundes-Notbremse und es gilt die Verordnung des Landes. Der Landkreis muss aber dementsprechend eine Bekanntmachung veröffentlichen. Sobald die Bekanntmachung vom Landkreis vorliegt, dann können wir unsere Sportstätten entsprechend der 12. Verordnung wieder freigeben“, erklärte Markus Pfeifer, zuständiger Sachgebietsleiter in der Stadtverwaltung Zerbst.

Die Vereine, die im Freien trainieren können, freuen sich und hoffen, dass sie noch in dieser Woche mit dem Training wieder starten können. „Wir haben noch nichts Offizielles, aber wenn es wieder möglich ist, werden wir mit sofortiger Wirkung ins Training einsteigen“, sagte Dirk Bizuga vom SC Vorfläming Nedlitz. Er denkt, „dass das Training theoretisch und praktisch wieder möglich sein müsste“ und hofft „auf eine zeitnahe Freigabe seitens der Stadt Zerbst als Betreiber der Sportanlage“.

Hoffnung auf Kreispokalspiele

„Es wäre schön, wenn wir schon diese Woche wieder einsteigen könnten. Dann werden wir sehen, wie sich alles entwickelt“, so der 48-Jährige, der auch die Zeitschiene im Blick hat. „Es ist schon Mitte Mai und ich bin froh, dass ich die Jungs endlich nach langer Zeit wiedersehen kann. Wir müssen jedoch langsam anfangen, peu à peu wieder reinfinden, so dass sich keiner verletzt. Dazu werde ich mit unserer Physiotherapeutin Linda Händel sprechen und mit ihr gemeinsam die Trainingseinheiten absprechen. Sicher wird sie auch, wenn es ihre Zeit erlaubt, die eine oder andere Trainingseinheit leiten“, hofft der Loburger. Dirk Bizuga „geht auch davon aus, dass die Kreispokalspiele noch ausgetragen werden“. „Darauf müssen wir uns intensiv vorbereiten und überhaupt brauchen wir sicher zehn bis elf Wochen, um unsere Vorbereitung auf die neue Saison richtig anzugehen.“

Überhaupt wäre es dann auch möglich, eventuelle Neuzugänge zu einem Probetraining einzuladen. Der SCN hat zwei Kandidaten in petto. „Ich habe zwei Spieler an der Hand und so könnten wir uns bei einem Probetraining selbst ein Bild von ihnen machen“, sagte der Coach. Er hofft, dass „alle Spieler dabei bleiben“. „Die Abfragen ergaben keine Abgänge, aber ich möchte mir dann auch die Zeit für Einzelgespräche nehmen, um zu sehen, was sich bei dem einen oder anderen beruflich oder auch privat verändert hat.“

Froh ist Dirk Bizuga, dass sich „die Jungs endlich wieder sehen und ihrem Hobby nachgehen können“. Da sieht er die noch bestehenden Einschränkungen „nicht problematisch“. Auch die Testpflicht für die Trainer ist für ihn „kein Ding“. „Ich selbst bin Genesener und habe mir gerade einen Befund von der Ärztin geholt. Die anderen Trainer haben aktuelle Tests, da sie auch auf der Arbeit regelmäßig testen müssen.“

Nun hofft Dirk Bizuga, dass das offizielle Okay zeitnah erfolgt. „Es ist zwar noch Zeit, aber so viel auch nicht mehr und deshalb wollen wir diese effektiv nutzen.“

Ähnlich sieht es der Abteilungsleiter Fußball und Trainer der Landesklasse-Mannschaft und der D-Jugend des TSV Rot-Weiß Zerbst, Florian Sens.

„Wenn es möglich ist, werden wir sofort ins Training einsteigen. Ich denke, wir werden in wenigen Tagen auf dem Platz sein.“ Auch für den 37-Jährigen ist die Testpflicht für die Trainer „kein Problem“. „Die meisten müssen sich für die Arbeit testen und wir können ja auch selbst Selbsttest durchführen.“

Eric Metzker, Abteilungsleiter Fußball beim SV Fortschritt Garitz, wartet ebenfalls auf „die Freigabe durch die Stadt“. „Ich denke, sie kommt zeitnah und wir planen, schon bald wieder trainieren zu können. Wir werden dann sehen, wie alles abläuft und wie sich alles entwickelt.“

Die Garitzer hatten bisher alle Einschränkungen in Kauf genommen und das Training so gut es ging absolviert. Nach der Notbremse sind sie und sicher alle Fußballer und Freiluftsportler froh, dass es endlich wieder möglich ist, wenigstens gemeinsam – wenn auch mit der Einhaltung eines Abstands von mindestens 1,50 Metern – Sport zu treiben. Es sind zwar weiterhin Einschränkungen hinzunehmen, doch es ist schon Einiges mehr möglich.