Paris (dpa) - In der Debatte um den Formel-1-Kalender für dieses Jahr zeigt sich Automobil-Weltverbandschef Jean Todt (74) optimistisch.

"Sobald wir wissen, dass wir loslegen können, könnten wir wirklich zwei bis drei Grand Prix pro Monat sehen", sagte der Franzose dem Fachportal "motorsport.com". Bei einem Start im Juli habe man bis zum Jahresende sechs Monate, in denen jeweils drei Rennen stattfinden könnten. Der frühere Ferrari-Teamchef von Michael Schumacher hält zugleich eine Ausweitung der Saison über das Jahresende hinaus für nicht wahrscheinlich.

Die Formel 1 hat bis Mitte Juni alle Rennen abgesagt oder verschoben. Neun der ursprünglich 22 Grand Prix dieser Saison können nicht wie vorgesehen stattfinden. Formel-1-Chef Chase Carey versucht, 15 bis 18 WM-Läufe in diesem Jahr auszutragen.

Todt verteidigte sich zudem in der Debatte um Schummelvorwürfe bei Ferrari. "Wenn Sie mich fragen, wäre ich liebend gerne in der Lage, Ihnen alle Details der Situation zu geben", meinte er. Ferrari stelle sich dem aber entgegen. Der Rennstall sei sanktioniert worden, "wir können aber nicht das Detail der Ahndung preisgeben".

In der vergangenen Saison waren immer wieder Stimmen laut geworden, dass Ferrari bei seinem Motor gegen Regeln verstoßen könnte. Das konnte die Fia juristisch jedoch nicht zweifelsfrei beweisen, wie sie selbst zugab. Sieben Teams, darunter Branchenführer Mercedes, hatten vor dem Auftakt in Australien im März in einem gemeinsamen Schreiben die Fia aufs Schärfste angegriffen, denn der Verband hatte sich zum Abschluss der Untersuchungen mit Ferrari geeinigt, dass sämtliche Inhalte ausschließlich unter den beiden Parteien bleiben sollten.

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