Berlin (dpa) - Die Vorentscheidung fiel schon kurz nach dem Start, als Maximilian Günthers Wagen ohne Frontflügel nur noch ein Fall für den Abschleppwagen war.

Nach seinem Heimsieg tags zuvor endete das Rennen der Formel E am Sonntag in Berlin für den 23 Jahre alten Oberstdorfer nach wenigen Metern. Startplatz 21 hatte Günther in die Überholbredouille gebracht, nach einer Karambolage war aber Schluss für den Piloten vom Team BMW i Andretti, der als Gesamtzweiter gestartet war. Der Weg war frei für den dominierenden Antonio Felix da Costa.

Der 28 Jahre alte Portugiese krönte sich vorzeitig zum neuen Champion der vollelektrischen Rennserie. "Ich habe gerade einfach keine Worte", sagte er sichtlich ergriffen mit Tränen in den Augen und der portugiesischen Fahne um den Hals. Ihm reichte der zweite Platz im Rennen am Sonntag hinter Teamkollege und Doppel-Champion Jean-Eric Vergne. Da Costa ist der insgesamt vierte Pilot, der sich den Titel holen konnte.

In der Premierensaison 2014/2015 hatte der Brasilianer Nelson Piquet Junior die Meisterschaft gewonnen, danach der Schweizer Sebastien Buemi, ehe in Lucas di Grassi erneut ein Brasilianer triumphiert. In den vergangenen beiden Jahren siegte Vergne im Klassement, er ließ es sich auch nicht nehmen, den neuen Titelträger herzlich zu knuddeln.

Da Costa fährt seit der ersten Saison der Formel E, er war vor dieser Saison von BMW i Andretti zum Champions-Rennstall gewechselt. Mit seinem Sieg im insgesamt vierten Rennen des Sixpack-Finales in Berlin gelang ihm der vierte Saisonerfolg.

Für die weiteren deutschen Fahrer war ganz vorne nichts zu holen. Andre Lotterer belegte im Porsche den achten Platz, René Rast wurde im Audi 16. Daniel Abt, der 2018 in Berlin gewonnen hatte, kam im Auto von NIO 333 i auf Rang 18.

Das deutsche Quartett hat aber noch zwei weitere Möglichkeiten, sich bei den Heimrennen in der Corona-Notsaison auszuzeichnen. Unter strengen Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen finden am Mittwoch und Donnerstag die beiden letzten Saisonrennen statt, erneut ohne Zuschauer.

Die Formel E hatte vor dem Mammutprogramm in Berlin rund fünf Monate wegen der Corona-Pandemie pausieren müssen. Bisher wurden bei den Finalrennen drei Personen positiv auf das Virus getestet, darunter auch Geschäftsführer Alejandro Agag (49/Spanien).

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