Berlin (dpa) - Zwanzig Jahre ist es schon her, dass sich The Strokes gründeten, die dann zu einer der einflussreichsten Bands der Nuller-Jahre wurden. Längst verfolgen die fünf Mitglieder eigene Projekte - derzeit etwa Gitarrist Albert Hammond Junior.

Der 37-Jährige ist ein Sohn des legendären Westcoast-Popsängers Albert Hammond ("It Never Rains In Southern California", "The Free Electric Band"). Und er gehört neben Sänger Julian Casablancas (aktuell bei The Voidz), Schlagzeuger Fabrizio Moretti (zeitweise im Pop-Trio Little Joy) sowie Gitarrist Nick Valensi und Bassist Nikolai Fraiture zur Strokes-Urbesetzung, die dem Indie-Rock mit "This Is It" (2001) einen energischen Tritt in den Allerwertesten verpasste.

Ein kräftiger Powerpop-Impuls geht nun auch von Hammonds viertem Solo-Studioalbum "Francis Trouble" (Red Bull Records/Sony) aus. Damit findet der in Los Angeles geborene Singer-Songwriter einen respektablen Weg zwischen den Beatles und den Stones, Nada Surf, Arctic Monkeys und - na klar - The Strokes. Die zehn Songs mit einer knackig-kurzen Gesamtspielzeit von 36 Minuten heben die Rock-Welt nicht aus den Angeln, wissen aber mit viel Spielfreude und zugänglichen Melodien zu überzeugen.

Inhaltlich leichtgewichtig sind die Lieder freilich nicht, behandelt das Album doch ein Familiendrama bei den Hammonds - die Totgeburt von Alberts Zwillingsbruder Francis. Aus der intensiven Beschäftigung mit der traurigen Geschichte entstanden der Albumtitel "Francis Trouble" und ein in den Texten nachdenklicher, musikalisch aber keineswegs trübsinniger Songzyklus, der dem Luftikus-Image dieses Musikers widerspricht. Gute Platte - und ein deutliches Zeichen, dass Albert Hammond Jr. sich von den Strokes zunehmend emanzipiert.

Website Albert Hammond Jr.