London (dpa) - "Ansonsten ist alles schiefgegangen", so haben Bombay Bicycle Club ihr neues Album sinngemäß genannt. Das klingt ein bisschen, als wollten sich die vier Indierocker entschuldigen. Denn eigentlich ist die Band seit fast fünf Jahren Geschichte.

Kurz nach dem bis dato größten Gig im Londoner Earl Court vor 20.000 Fans hatte sich die Gruppe 2015 aufgelöst. Nicht weil es Streit gegeben hätte, sondern weil die Bandmitglieder seit der Schulzeit nichts Anderes gemacht hatten. "Alle wollten endlich ein Leben abseits von Bombay Bicycle Club erleben", heißt es in den Infos zu "Everything Else Has Gone Wrong".

Die Zeit nutzten die vier Londoner etwa für Reisen oder um sich als Solomusiker auszuprobieren. Dem gemeinsamen Klang hat das nicht geschadet. Der Sound ist gereift, vielschichtiger geworden. Das zeigt sich schon beim Klanggewitter-Opener "Get Up", der noch ein bisschen sphärischer daherkommt als vieles, was die Band zuvor gemacht hat.

Doch da sind auch weiterhin diese charakteristischen Club-Stücke, melodiös, eingängig, dynamisch, stellenweise treibend, ein wenig melancholisch, getragen von Jack Steadmans zerbrechlicher Ausnahmestimme. Etwa die erste Single "Eat, Sleep, Wake (Nothing But You)". Das ist vertonter Liebeskummer, der sich beim Hören anfühlt, als wäre es der eigene - so funktioniert große Popmusik.

Demnach lässt sich festhalten: Zum Glück ist alles andere schiefgegangen. Schafften die vier Jungs vom Bombay Bicycle Club heute in einer Großküche an, berieten sie zu Steuersparmodellen oder stellten Falschparkern nach - dann wäre hier ein formidables Indiepop-Album verloren gegangen.

Konzerte im März: 15.03.München - Backstage Werk, 18.03. Berlin - Huxleys, 24.03. Köln - Live Music Hall, 25.03. Hamburg - Docks

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