Berlin (dpa) - Eleganter Jazz-Pop im Stil der legendären Steely Dan, knackiger Funk wie bei Earth Wind & Fire oder Chic, sahniger Seventies-Soul à la Donnie Hathaway oder Bill Withers - Ed Motta bedient sich erneut nur bei den Besten.

Zwar gerät dem brasilianischen Superstar auf seinem neuen Album auch einmal fader 80er-Mainstream-Rock dazwischen (der Closer "Shoulder Pads"). Doch insgesamt kann "Criterion Of The Senses" (MustHave/Membran) an die hochklassigen Vorgängern anknüpfen.

"AOR" (2013) bleibt zwar das wohl unerreichbare Motta-Meisterwerk mit seiner besonders stark an Donald Fagen/Walter Becker (Steely Dan) orientierten Sound-Ästhetik. Und auch das soulige "Perpetual Gateways" (2016) klang noch etwas zwingender und kohärenter. Aber mit "Criterion..." ist dem 47-Jährigen nun ein starkes Trio an englischsprachigen Fusion-Alben geglückt.

Insgesamt ist dies sogar schon die 13. Platte des Sängers und Multiinstrumentalisten, der kürzlich unter dem Serientitel "Too Slow To Disco" (City Slang) eine brasilianische Variante von "Yacht Rock" kuratiert hatte. "Ich bin ein Sammler", sagt Motta. "Am offensichtlichsten wird das bei Schallplatten - ich besitze gut 30.000 LPs - und vielleicht noch beim Wein."

Musikalisch wolle er "das machen, was ich selbst so gerne höre" .Mit dem in Rio de Janeiro eingespielten "Criterion Of The Senses" hat er abermals ein Album aufgenommen, das nicht nur seinem eigenen Geschmack entspricht, sondern international viele Zuhörer ansprechen sollte.

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