Berlin (dpa) - Ein Weltrekord ist der britischen Elektropop-Band New Order kaum mehr zu nehmen: Ihr mitreißendes Postpunk-Disco-Stück "Blue Monday" von 1983 gilt bis heute als meistverkaufte Vinyl-Maxisingle.

Nach großen Erfolgen in den 80ern und 90ern, als sie mit "Low-Life" (1985) oder den Nummer-eins-Alben "Technique" (1989) und "Republic" (1993) die elektronische Pop- und Tanzmusik revolutionierten, wurde es ruhiger um New Order. Seit einigen Jahren treten sie aber wieder live auf - und werden als Musik-Ikonen gefeiert.

So erst recht vor zwei Jahren in ihrer Heimatstadt Manchester, wo New Order als Quintett zusammen mit einem zwölfköpfigen "Synthesizer-Orchester" und dem "Visual Artist" Liam Gillick auftraten. Dieses Ereignis ist nun auf einem Album (2 CDs/3 LPs) verewigt - unter dem seltsamen Titel "?(No,12k,Lg,17Mif) New Order + Liam Gillick: So It Goes..." (Mute/Pias).

Die Klasse des Materials der Band um Sänger Bernard Sumner zeigt sich schon daran, dass sie ihren größten Single-Hit bei der umjubelten Manchester-Show vom 13. Juli 2017 nicht spielte ("Guilt Is A Useless Emotion" erinnert freilich sehr an den legendären Dancefloor-Song). 15 Live-Tracks inklusive Zugaben und drei Bonusstücke enthält die Platte - auch ohne "Blue Monday" gut 90 Minuten großartig zeitlose, hochmelodische Tanzmusik.

Andere Klassiker wie "Shellshock", "Sub-Culture" oder "Bizarre Love Triangle" und vor allem das recht aktuelle "Plastic" (2015) erstrahlen hier in frischem Glanz. So ist diese Platte zwar nicht das von vielen Fans erhoffte neue Studiowerk - sie dient stattdessen aber als willkommene Erinnerung an die Größe und Live-Power dieser enorm einflussreichen Band.

Tourdaten: 5.10. München, Philharmonie, 7.10. Berlin, Tempodrom

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