Berlin (dpa) - Ob Swing in der Neuaufführung von Benny Goodmans berühmtem Carnegie-Hall-Konzert von 1938, Mozart-Klavierkonzerte, eine Hommage für den vor zehn Jahren gestorbenen Kollegen Esbjörn Svensson oder eigene Kompositionen: Iiro Rantala kann alles.

Der 48 Jahre alte finnische Pianist hat seine Vielseitigkeit schon oft unter Beweis gestellt, gerade auch in Aufnahmen und Auftritten für sein Jazz-Label ACT. Solo, in kleinen Ensembles (etwa mit dem deutschen Klavier-Jazz-Star Michael Wollny) oder in großer Besetzung begeistert der in Helsinki geborene Musiker mit seiner Virtuosität, seinem Charme und seiner Bescheidenheit.

All das kam auch am 28. April 2017 zusammen, als Rantala mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen in einem Konzert für Deutschlandfunk Kultur im Bremer Saal Die Glocke auftrat.

Diesen Abend hat ACT nun als Live-Mitschnitt festgehalten: zunächst zwei eigene Stücke ("Pekka Pohjola" und "Freedom"), dann das komplette Klavierkonzert Nummer 21 von Wolfgang Amadeus Mozart, danach Stücke von Leonard Bernstein ("Candide Overture") und John Lennon ("Imagine") und noch mehr Eigenes, darunter das berührende Tribute-Stück "Tears For Esbjörn".

Rantala kennt die Kammerphilharmonie Bremen seit vielen Jahren, und das zahlt sich aus, wenn er sich als Jazz-Pianist einem klassischen Werk nähert - mit aller Unbefangenheit und Neugier, die ein so umfassend gebildeter und zugleich kreativer Musiker wie der Finne nun mal in sich trägt.

"Ich würde gern jene Grenze weiter einreißen, die Jazz und Klassik nach wie vor trennt - und ich bin überzeugt, mit solchen gemeinsamen Projekten sind wir auf dem richtigen Weg", sagt Rantala. Der frenetische Applaus des Bremer Publikums und diese wunderbare Live-Aufnahme geben ihm recht.

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