Berlin (dpa) - Wenn ein junger deutscher Popsänger mit Genies wie Nick Cave oder Scott Walker verglichen wird, empfiehlt sich zunächst Skepsis. Umso bemerkenswerter, dass Fabian Altstötter aus Landau in der Pfalz viele Erwartungen einlösen kann.

Der Musiker, seit 2009 Frontmann des Trios Sizarr bis zu dessen offizieller Bandauflösung vor einem halben Jahr, macht mit seinem Solodebüt unter dem witzelnden Alias-Namen Jungstötter ganz viel richtig. Auf "Love Is" (Pias Recordings Germany/Rough Trade) scheut er weder vor großen Gefühlen und großen Gesten noch (sympathischem) Größenwahn zurück - und tut alles, um nicht als Provinz-Pathospopper belächelt zu werden.

Schon der Opener "Silence" lässt sich fast sechs Minuten Zeit, um Altstötters voluminösen Bariton zwischen eigenen Klavierakkorden, raschelnden Drums (Manuel Chittka), sonorem Bass (Johannes Weber) und herben Gitarrensounds (Philipp Hülsenbeck) zur Geltung zu bringen. "Sally Ran", der Titelsong und später vor allem "I Wonder Why" erinnern dann tatsächlich an den grandiosen Sixties-Crooner Scott Walker und an Nick Caves Mörderballaden.

Irgendwann tauchen in den teilweise üppig instrumentierten Liedern auch Richard Hawley oder Stuart Staples (Tindersticks) als mögliche Jungstötter-Vorbilder auf - insgesamt keine üble Reihung. Aus dem Nichts kommt dieser Großtalent-Nachweis freilich nicht: Schon Sizarr galt als eine der spannendsten und ambitioniertesten jungen Bands in Deutschland, mit Charts- und Tournee-Erfolgen auch in Österreich, der Schweiz und Frankreich.

Max Gruber alias Drangsal, ebenfalls ein sehr anerkannter junger Popmusiker aus der Pfalz, schrieb Mitte September auf Facebook: "Egal ob nach Konzerten oder während Interviews, seit jeher werd' ich gelöchert, was denn aus SIZARR geworden ist. Ihr könnt alle endlich Ruhe geben, denn eine Antwort kommt heute von Jungstötter mit 'Wound Wrapped In Song'." Dieser ersten Albumauskopplung hat Altstötter/Jungstötter nun ein starkes Soloalbum folgen lassen.

Konzerttermine Jungstötter im Februar/März: 07.02. Jena, Trafo, 08.02. Baden/Schweiz, One Of A Million Festival, 09.02. Frankfurt/Main, Mousonturm, 05.03. Berlin, Volksbühne, 06.03. Dresden, Beatpol, 07.03. Leipzig, UT Connewitz, 08.03. Hamburg, Nachtasyl, 09.03. Köln, Artheater, 12.03. Nürnberg, Z-Bau, 13.03. Mainz, Schon Schön, 14.03. München, Milla, 15.03. Wien, Volkstheater, 16.03. Graz, Orpheum Extra.

Konzerttermine Jungstötter im April (im Vorprogramm von Soap & Skin): 09.04. Zürich, Plaza, 10.04. München, Muffathalle, 11.04. Köln, Gloria, 13.04. Berlin, UdK.

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