Nashville (dpa) - Irgendwie ist der Bezug zu Nashville im Titel eines neuen Albums mit Countrysongs naheliegend. Und so erscheint das fünfte Album von Rumer unter dem Titel "Nashville Tears".

Und dass ausgerechnet die Britin, die bisher musikalisch eher in Sachen Pop und Soul unterwegs war, jetzt plötzlich auf dem Country-Trip ist, ist ihrem Privatleben geschuldet. Denn seit fünf Jahren lebt sie mit ihrem Mann in Arkansas, und so tief im Süden der USA muss man sich dem Einfluss der Countrymusik wohl einfach beugen.

Bei ihren bisherigen Hits hatte Rumer stets einen guten Instinkt für die Arbeit anderer. In "Nashville Tears" bedient sie sich im Katalog von Hugh Prestwood, eines bekannten und mehrfach ausgezeichneten Songwriters. Dabei hat der Texaner Prestwood mit Nashville wenig am Cowboy-Hut, denn er schreibt seine Songs auf Long Island, New York.

Man habe wohl vergessen, ihm den Umzug von El Paso nach Nashville zu empfehlen, um erfolgreiche Countrysongs zu schreiben, lästerte "Musicworld" vor Jahren. Doch der Erfolg wiederum gab Prestwood recht. "Nashville Tears" bietet 15 seiner besten Songs, von denen viele bisher noch nie aufgenommen wurden.

Die schon vorab veröffentlichte Single "Hard Times For Lovers" war ursprünglich ein Hit von Judy Collins im Jahr 1979. "Was mir an diesem Song wirklich gefällt, ist, dass er ein Retro-70er-Jahre-Country-Feeling hat, der Text aber immer noch zeitgemäß ist", sagt Rumer.

Die Melancholie in den Songs erklärt Rumer damit, dass sie selbst nach vielen dramatischen Veränderungen in ihrem Leben eine Konstante in ihrer Karriere gesucht hatte. Und diese Suche hatte sie nach Nashville geführt, wo sie schließlich nach eigenem Bekenntnis die traurigsten Lieder fand, die die Hauptstadt der Countrymusik zu bieten hatte. "Es gibt so viele wunderbare Lieder, die nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen, und genau diese Lieder wollte ich finden", erzählt Rumer.

Bei ihrer Suche stieß sie schließlich auf Prestwood, dessen Kundenliste sich wie ein Who's Who der Countryszene der vergangenen Jahrzehnte liest. Und seine Werke enthielten genau das, was Rumer gesucht hatte. Sie hörte Songs, die bis dahin niemand gehört hatte, und beschloss, der Magie Prestwoods ihre Stimme zu geben. Das Ergebnis - viel Country, aber nicht immer Country: eine britische Stimme im Süden der USA.

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