Tutzing (dpa) - Ein neues Album pünktlich zum Siebzigsten: Peter Maffay weiß seinen runden Geburtstag mit den 13 Songs von "Jetzt" wirklich zu feiern.

"Wir haben uns recht früh entschieden, dass das Album 'Jetzt' heißt und wir nicht versuchen wollen, die Vergangenheit abzuhandeln", sagte der seit 50 Jahren aktive Deutschrock-Star im Interview der Deutschen Presse-Agentur in seinem Tonstudio in Tutzing am Starnberger See. "Das einzige, was wir wirklich einigermaßen behandeln konnten, ist die Gegenwart."

Und die bringt Maffay dazu, sich so politisch zu äußern wie selten zuvor. Im Song "Morgen" findet er überaus warnende Worte und singt vor allem über den Klimawandel. Im Musikvideo werden Bilder von Neonazis und Adolf Hitler gezeigt zu der Frage: "Wollen wir wieder warten, bis der Morgen kommt?".

"So hart hatten wir das eigentlich noch nie", sagte Maffay. Er habe sich ganz bewusst für eine politische Botschaft entschieden: "Wenn man nach 50 Jahren ein neues Album macht, dann kann man mit Blabla rausgehen - oder man positioniert sich." Die neue Platte will Maffay seinen Fans erstmals am 29. August mit einem Konzert in Berlin vorstellen, bei dem er in seinen Geburtstag hinein feiert.

Einer der Titel ist zweigeteilt: Das Album beginnt und endet mit "1000 Wege". Zum 70. Geburtstag reichen also die "sieben Brücken" (aus Maffays Super-Hit "Über sieben Brücken musst du gehen") nicht mehr. "Es ist ja klar, dass man, um ins 'Jetzt' zu kommen, einen Weg zurückgelegt haben muss", sagte Maffay. "Daher die Idee mit der Klammer."

"In unserem Wohnzimmer in Rumänien stand ein Aquarium", erzählt der Sänger. "Wir hatten keinen Fernseher, und das Aquarium war der einzige Luxus. Als kleiner Junge saß ich oft träumend davor. Und in dem Song '1000 Wege' stelle ich mir vor, wie ich jetzt - 60 Jahre später - auf der anderen Seite des Aquariums stehe und meinem jungen Ich erzähle, welche Wege ich zurückgelegt habe."

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Website Peter Maffay

Video zu "Morgen"