Berlin (dpa) - Dieses Lob ist gewiss kein Zufall. "Hoooo! (...) This is the band You need!" - der Ausruf stammt von dem aus Gambia stammende Griot-Bluesmusiker Juldeh Camara, und er betrifft das Debüt des Rad Orchestra aus London.

Camara weiß, wovon er schwärmt. Denn als Mitglied von Robert Plants fantastischer Band The Sensational Shape Shifters wirkt er selbst an der mühelosen Verschmelzung von afrikanischer, europäischer und nordamerikanischer Folk- und Blues-Musik schon länger mit.

Und genau dieses Ziel hat sich auch das Rad Orchestra um den in Hamburg geborenen Sänger und Gitarristen Max André Rademacher mit seinem selbstbetitelten neuen Album auf die Fahne geschrieben.

Das Ende November über Labelship/Broken Silence erschienene Werk klingt wie eine etwas schüchternere, mildere Variante der jüngsten Plant-Alben "Lullaby and ... The Ceaseless Roar" (2014) und "Carry Fire" (2017). Zumal auch Rademachers heller Gesang weniger vollblütig-röhrend klingt als der des früheren Led-Zeppelin-Leadsängers.

Afrikanische Instrumente wie Ngoni oder Gimbri - von Rademacher selbst ganz großartig und bei weitem nicht nur als Afropop-Geschmacksverstärker gespielt - werden mit Violinen und Bratschen (Amy Jane Hosken, Louise Gibbens, James Patrick Gavin) und einem urwüchsigen Bass (Duncan Noble) kontrastiert. Das ergibt "Worldmusic" auf Top-Niveau - sehr rhythmisch, liebenswert verspielt und doch ausgesprochen zugänglich.

Rademacher, der schon seit den 70er Jahren Musik macht (und zeitweise als Maxim Rad veröffentlichte), hat hier eine tolle neue Band zur Seite, die Pop, afrikanische Folklore, Gospel-Soul und Wüsten-Blues sehr authentisch verquirlt. Der Frontmann wohnt über 30 Jahre in der Multikulti-Metropole London - deren Weltoffenheit spiegelt sich nun aufs Schönste in der Musik seines Projekts Rad Orchestra.

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