Berlin (dpa) - Sven Väth veröffentlicht auf seinem Label Cocoon eine jährlich erscheinende Compilation, auf der er höchstpersönlich die musikalischen Favoriten der zu Ende gehenden Ibiza-Saison in DJ-Sets verewigt.

Das zweieinhalbstündige Mix-Album The Sound Of The 16th Season wurde auf zwei CDs gebannt. Den stilvollen Beginn auf der ersten CD macht dabei DJ Koze mit dem auf seinem eigenen Label Pampa erschienenen Track XTC. Darauf folgt nicht weniger stilvoll Mathew Dekays Fangtango, das im Original auf Mano Le Toughs Label Maeve mit einer stolzen Laufzeit von ursprünglich knapp 13 Minuten veröffentlicht wurde.

Anschließend beschleunigen unter anderem Tracks von Metaboman und Kevin Saunderson den Mix unerwartet aber deutlich, bis schließlich Daniel Borz mit seiner konzentrierten und wie üblich souveränen Produktion auf Don’t Disturb Björn eine kurze Verschnaufpause gewährt, ohne dabei die Intensität aus dem DJ-Set zu nehmen. Jacek Sienkiewicz liefert dann zum Ende der ersten CD mit Drifting einen der Highlights der gesamten Compilation und einen Track für die Ewigkeit, bevor das auf Cocoon veröffentlichte angenehm widerspenstige Stück Brittle von Ricardo Tobar die erste Hälfte der The Sound Of The 16th Season abschließt.

Tim Green eröffnet mit seinem ebenfalls auf Cocoon erschienene Stück Eclipse verhältnismäßig entspannt die zweite CD, bevor es daraufhin mit dem seit einer gefühlten Ewigkeit auf Soma und Vakant veröffentlichenden und eigentlich schon immer dagewesenen Alex Smoke und seinem Executive Realness deutlich gemeiner zur Sache geht. Danach folgen einige schön gegen den Strich gebürstete Tracks, bei denen besonders die Passage mit den ineinander übergehenden Stücken The Believer von Deetron, Prisma von Bastinov und Ritual von Floorplan überzeugt, die schließlich in dem unverwüstlichen Silent Shout von The Knife in der Shaken Up Version gipfeln.

Als würdevollen Abschluss des zweiten Mixes spielt Sven Väth dann Petar Dundovs zeitlos treibenden Track Synchrotonic (auch und noch immer gut: Dundovs Tenth Plateau von 2011), der im Juli diesen Jahres auf dem belgischen Label Music Man Records erschienen ist und dem hier ein großer Teil der gesamten ursprünglichen Laufzeit gegönnt wird.

Sven Väth erfreut auf The Sound Of The 16th Season mit zwei kompetent gemixten DJ-Sets und überrascht dabei mit teils unorthodoxer Track-Auswahl und -Reihenfolge. Sowas kriegen Anfänger nicht hin und Profis, die nur auf Tanzbarkeit schauen, trauen sich in der Regel nicht. Bei seinem Mix verzichtet der Cocoon-Chef dabei auf überflüssiges Mischpult-Gefummel und gibt anstatt dessen den Tracks den Raum, den sie benötigen und verdienen.

DJ-Sets werden häufig mit musikalischen Geschichten verglichen, die von einem DJ technisch kompetent und dramaturgisch klug erzählt werden. Nach mehrmaligem Durchhören der The Sound Of The 16th Season liegt der Gedanken nah, dass die besten Geschichtenerzähler eigentlich diejenigen sind, die tatsächlich auch etwas erlebt haben.

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