Berlin (dpa) - Musiker Wincent Weiss ("Musik sein") singt im Lied "Wie es mal war" über die Schattenseite seines schnellen Aufstiegs.

"Ich habe die Leichtigkeit im Leben verloren und konnte mich nicht mehr über Dinge freuen", sagte der 27-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. "Als ich den Song 2019 geschrieben habe, hatte ich bereits depressive Züge und bin zur Therapie gegangen."

Er habe seit seiner ersten Single 2015 eine enorme Reizüberflutung erlebt. "Ob ein Werbedreh in London, eine Runde mit dem Motorrad oder Skateboard fahren: Ich konnte diese Dinge nicht mehr genießen, sondern habe nur an den nächsten Termin und neue Projekte gedacht."

In dem am Freitag veröffentlichten Song heißt es etwa: "Der Kopf zu voll, die Brust zu leer. Kein Gefühl, das mir mal für 'ne Sekunde bleibt." Die coronabedingte Zwangspause sei für ihn enorm wichtig. "Hätte ich das Jahr nochmal so durchgezogen, wäre ich jetzt an einem ganz anderen Punkt", sagte Weiss.

Der Songwriter aus Schleswig-Holstein, der derzeit in München lebt, wolle sich aber nicht beklagen und auch anderen Mut machen, über ihre Sorgen zu sprechen. "Wie es mal war" ist der erste Vorbote für das Album "Vielleicht irgendwann", das im Frühjahr erscheint.

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