Magdeburg/Wedringen l Chance verpasst! Marcus Kaloff (56) hat Schauspieler Michael Mendl (72) die Angebetete vor der Nase weggeschnappt. Auf der Suche nach einer Frau verguckt sich der bekannte Schauspieler in die schöne Magdeburgerin Susanne Spitzer. Gerade als Mendl sie in einer Bar ansprechen wollte, kommt Kaloff ihm zuvor und bittet sie zum Tanz. Dabei hatte Mendl in der Goethestraße bereits Blumen für sie gekauft. Die schönsten roten Rosen hat Yvonne Fiola ihm rausgesucht. Im Allards wollte er sie nun endlich ansprechen. Doch seine Angebetete verabschiedet sich gerade von Barchef Torsten Liebeknecht und will das Lokal verlassen, als Kaloff sie davon abhält und auf die Tanzfläche führt.

Elisabeth Döringer sitzt im Hintergrund und beobachtet die Szene. Die Magdeburgerin hatte das Ganze eingefädelt. Als gute Freundin des prominenten Darstellers Mendl, der bereits in unzähligen Filmen und Krimi-Serien mitwirkte, bat sie ihn, als Protagonist in einem Musikvideo mitzuspielen. Und das tat er.

Unterschied zum Film nicht sehr groß

Für einen Song des Wedringer Liedermachers Burkhard Peine schlüpfte er in die Rolle des Verliebten. Und auch der Wahlmagdeburger Marcus Kaloff ist professioneller Schauspieler. Susanne Spitzer eigentlich Physiotherapeutin, nebenbei allerdings Sängerin und Gelegenheitsschauspielerin. Die verpasste Chance – alles nur gespielt!

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Obgleich es der allererste Musikvideodreh des 72-jährigen Michael Mendl war, sei nichts befremdlich gewesen. Der Unterschied zum Filmdreh sei nicht groß, sagt er.

Dass er sich dazu entschieden habe, das Musikvideo zu drehen, sei ein Freundschaftsdienst für „Eb“ gewesen. So lautet nämlich der Spitzname für Elisabeth Döringer. Bekommen habe sie den von Mendls Sohn Marlon. Auf diesen und seine Schwester Joana habe sie während ihrer Zeit in München aufgepasst. Damals habe sie sich auf seinen Aushang „Ersatzoma gesucht“ gemeldet. „Marlon war noch ganz klein und konnte Elisabeth nicht aussprechen, sondern sagte immer Eb. Seither ist sie eben unsere Eb.“

Siegersong im Wettbewerb 2012

Doch nicht allein der Freundschaftsdienst hatte ihn dazu bewogen, in dem Musikvideo mitzuspielen. „Mir hat der Song sehr gut gefallen. Er erschien mir sehr ehrlich“, erklärt Mendl. „Ich meine, da sind echte Gefühle zu hören.“ Und tatsächlich hat Burkhard Peine beim Komponieren an seine Frau gedacht. Als er sich 2011 bei einer Kur erholte, ließ er seiner Liebe und seiner musischen Kreativität freien Lauf und komponierte ein Lied für seine Frau Ute, die allein zu Hause geblieben war. Mit dem Titel gewann er 2012 den Wettbewerb „Mein Song – Musik aus Magdeburg“.

Inzwischen ist aus dem Lied ein ganzes Album geworden, für das nun eben auch ein Musikvideo produziert werden sollte. Die Interpretation des Songs überließ er den Profis – dem Team um Regisseur Tobias Lehmann. Und eben Schauspieler Michael Mendl, der sagt: „Ich lege meine private Intuition hinein. Wenn ich etwas tun kann, um etwas Poesie in die Welt zu bringen, dann tue ich das gern.“ In seinen Augen sei eine „große Kälte über die Gesellschaft gekommen“ und er wolle „mit der Geschichte eloquent darauf einwirken“.

Wann das Musikvideo veröffentlicht wird, bleibt abzuwarten. Es wird aber für jeden sichtbar im Internet veröffentlicht, versichert Burkhard Peine.

Weitere Informationen zu dem Wedringer Liedermacher Burkhard Peine gibt es im Internet auf www.burkhard-peine.de .