Skimming

Der englische Begriff "Skimming" bedeutet "abschöpfen" oder "absahnen". Er steht für die Ausspähung von Bankkartendaten. Dazu manipulieren Kriminelle den Schlitz am Geldautomaten - oder sie versuchen, über gefälschte Türöffner an die Daten zu gelangen. Mitunter wird die Eingabe der Geheimnummer mit Mini-Kameras gefilmt oder über einen gefälschten Tastaturaufsatz gespeichert. Mit den geklauten Daten erstellen die Täter eine Kartendublette und heben damit Geld ab oder kaufen ein. (dpa)

Frankfurt/Main (dpa) l Datendiebe kommen an deutschen Geldautomaten immer seltener zum Zug. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Kriminelle schreckt das nicht ab, sich auf anderen Wegen sensible Daten von Verbrauchern zu ergaunern und diese zu Geld zu machen.

Ende Februar vermeldete das Bundeskriminalamt (BKA) einen Ermittlungserfolg gegen eine Bande, die Tankautomaten an deutschen Tankstellen manipuliert haben soll, um Kartendaten samt Geheimnummer auszuspähen ("Skimming"). Mit den abgeschöpften Informationen stellte die Bande Kartendubletten her und tankte damit in Deutschland, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Österreich, Ungarn und der Schweiz - Gesamtschaden: mehr als 3,5 Millionen Euro.

Fazit des BKA: "Die Ermittlungen belegen, dass Straftäter schnell auf technische Veränderungen reagieren und sich neuen Angriffszielen, wie beispielsweise Tankkartendaten, zuwenden."

In der Tat geht "Skimming" an Geldautomaten in Deutschland seit Jahren zurück. Im ersten Halbjahr 2015 manipulierten Kriminelle bundesweit 62 Geldautomaten, um Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden auszuspähen. Der Schaden sank nach Branchenangaben auf das Rekordtief von 1,1 Millionen Euro. In den ersten sechs Monaten 2014 hatte die Branche noch 84 "Skimming"-Angriffe auf Geldautomaten in Deutschland gezählt (Schaden 1,4 Millionen Euro). Im Gesamtjahr 2014 waren es 145.

Die Milliardeninvestitionen von Banken und Handel in sicheres Plastikgeld scheinen sich auszuzahlen: Datendiebe können die gestohlenen Daten in immer weniger Ländern zu Geld machen. Denn die moderne EMV-Technik ersetzt zunehmend die als anfälliger geltenden Karten mit Magnetstreifen. "Auch wenn Betrüger die Daten abgreifen, gibt es immer weniger Länder, in denen sie diese zu Geld machen können", erklärt Margit Schneider von Euro Kartensysteme, einer Einrichtung der deutschen Kreditwirtschaft, die sich um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten kümmert. "Skimming" lohne sich schlicht nicht mehr.

EMV-Karten sind mit einer Art Mini-Computer ausgestattet: Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft - und zwar bei jedem Einsatz sowohl am Geldautomaten als auch an der Ladenkasse. In Deutschland sind seit Ende 2010 alle rund 94 Millionen Girocards mit EMV-Chip ausgestattet, ebenso sämtliche knapp 60 000 Geldautomaten und 720 000 Terminals im Handel.