Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis ...‘ dieser Vers aus einem Weihnachtslied wird in vielen Kirchen am Heiligabend gesungen. Paradies, darunter stellen wir uns eine heile Welt vor. Aber es ist weit weg von dem, was wir erleben. Kriege und Hunger hören nicht auf. Viele Menschen haben Existenznöte und Angst, in armen Ländern und auch bei uns. Deshalb schickt Gott seinen Sohn. Er kommt als Menschenkind in einer Futterkrippe zur Welt. So kommt er den Menschen nahe, unabhängig von Aussehen, Status und Macht. Das ist der Schlüssel zum Paradies: Eine Gemeinschaft auf Augenhöhe.

Dieses Paradies ist kein Schlaraffenland. Das Wort ,Paradies‘ bedeutet ,das Umgrenzte‘. Wir wissen nur zu gut, dass unsere Ressourcen begrenzt sind. Dennoch können alle satt werden und alle gut leben. Das geht nicht, ohne dass wir teilen – in Gemeinschaft auf Augenhöhe leben, deshalb in Grenzen leben. Die Schere zwischen Arm und Reich darf nicht noch weiter auseinander-gehen. Auch die Schuldenlast und die Umweltzerstörung, die wir künftigen Generationen aufbürden, muss abgetragen werden. Wenn die reichen Länder ihre vermeintlichen Wohlstands-Paradiese erhalten wollen, riskieren sie das Überleben aller.

Zum Paradies gehört in Gemeinschaft leben. Es ist wunderbar, dass wir uns an Weihnachten beschenken. Wenn wir ein behagliches Weihnachten feiern, dann liegen wir genau richtig: ,Hag‘ ist ein altes deutsches Wort für das, was Paradies meint: Umfriedet sein. So wünsche ich uns allen ein friedvolles, behagliches und fröhliches Weihnachten.