Man sollte weder das Beharrungsvermögen deutscher Beamter unterschätzen noch die Unerschütterlichkeit einmal geschaffener Strukturen. Dennoch: Dass der Bundeswehr und dem Verteidigungsministerium eine radikale Schlankheitskur ins Haus steht, ist angesichts veränderter Aufgaben für die Landesverteidigung insgesamt und für den Wandel der Bundeswehr von einer Einsatzarmee zu einer Freiwilligenarmee konsequent.

Wer nun in diesen Vorschlägen lediglich eine Vorlage zum Sparen von Milliardenbeträgen sieht, ist auf dem Holzweg. Strukturwandel kostet Geld und gute Streitkräfte bekommt man nicht für einen feuchten Händedruck.

Allerdings liegt erhebliches Sparpotenzial in den Bonner Dienststellen, die alle Bundesministerien, außer dem Gesundheitsministerium, in Bonn pflegen. Das Verteidigungsministerium soll, so der Experten-Vorschlag, komplett nach Berlin ziehen. Das ein gutes Beispiel. (Politik)