Eine Staatsanwaltschaft zeigt, was sie von Pressefreiheit und behördlicher Informationspflicht hält. Zitiert doch die dpa einen Sprecher der Magdeburger Behörde im Zusammenhang mit dem aktuellen Doppelmord: "Wir wollen eine gewisse Kultur des Schweigens pflegen."

Mehr Überheblichkeit gegenüber der 4. Macht im Staate, die nicht nur die Aufgabe hat, Politikern auf die Finger zu schauen, sondern auch die Justiz kritisch journalistisch zu begleiten, ist kaum möglich. Auch, wenn man die gebotene Zurückhaltung bei Ermittlungen berücksichtigt. Und dass dieser Satz keine unbedachte Äußerung ist, sondern eine grundsätzlich neue Qualität von Zusammenarbeit der Behördenleitung mit der Presse offenbart, durch entsprechende Hausmitteilungen zementiert, wird hinter vorgehaltener Hand von Staatsanwälten bestätigt und von vielen ebenso bedauert. Die Jagd nach "undichten Stellen" – selbst bei der Polizei –, durch die trotzdem Informationen fließen, hat längst begonnen.(Seite 1)