Die Aufmerksamkeit, die die Kanzlerin der Bundeswehr im Kosovo mit ihrem Besuch widmet, dürfte ein kurzes Labsal für die Truppe sein. Denn spätestens seit den Sommerunruhen im Nordkosovo ist diese Balkan-Mission wieder ein Fronteinsatz.

Die Deutschen bilden derzeit mit knapp 1400 Soldaten das größte Kontingent des KFOR-Sicherheitspuffers zwischen Kosovo-Albanern und Serben. Beide Seiten sind bei allen anderslautenden Bekundungen bis aufs Blut verfeindet, was jede Verständigung nahezu blockiert.

Angela Merkel hat in Pristina von dicken Brettern gesprochen, die in der Geschichte zu bohren seien. Der Kosovo-Konflikt hat dabei die Dicke eines Mammutbaumes. Solange nicht Vernunft den Nationalismus aus dem Feld schlägt, wird die NATO im Kosovo weiter gebraucht. Politik