Eigentlich wollte er Journalist werden, sich in Kunst und Literatur vergraben. Dann wurde Reinhard Klimmt aber Saar-Ministerpräsident und Bundesverkehrsminister. In seiner Heimat Saarbrücken feiert Klimmt am Donnerstag seinen 70. Geburtstag.

Ministerpräsident Oskar Lafontaine machte Klimmt 1985 zum Chef der SPD-Landtagsfraktion. 13 Jahre war Klimmt dann Kronprinz. Bis Lafontaine 1998 nach dem SPD-Sieg bei der Bundestagswahl Finanzminister wurde und Klimmt zum Nachfolger machte. Nach nicht einmal zwölf Monaten im Amt musste Klimmt seinen Sessel im Herbst 1999 wieder räumen. Eine unpopuläre Rentenreform der rot-grünen Bundesregierung und die Flucht seines damaligen Freundes Lafontaine aus allen Ämtern verhagelten ihm den Landtagswahlkampf.

Obwohl Klimmt zu Gerhard Schröders Kritikern gehörte, holte der Kanzler ihn als Verkehrsminister ins Kabinett. Nach einem Jahr der zweite Tiefschlag: Klimmt wurde wegen einer Finanzaffäre beim 1. FC Saarbrücken, dessen Präsident er bis 1998 war, zu einer Geldstrafe verurteilt. Er nahm seinen Hut. Dem Fußballclub blieb Klimmt treu - er ist Aufsichtsratschef des Drittligisten. (dpa)