Nach der Manipulation von Patientendaten auf den Wartelisten für Spenderorgane hat die Transplantationsmedizin einen massiven Vertrauensverlust erlitten, der sich wohl kurzfristig nicht beheben lassen wird. Die weiter gesunkenen Zahlen belegen, dass sich tiefes Misstrauen bei den Menschen verankert hat. Selbst große Aufklärungskampagnen konnten den Abwärtstrend nicht aufhalten.

Die bisher eingeleiteten Maßnahmen - Verschärfung der Transplantationsrichtlinien, die schrittweise Überprüfung aller 47 Transplantationszentren und der Umbau der Stiftung Organtransplantation - reichen offensichtlich nicht aus, um das dringend notwendige Vertrauen wieder herzustellen. Alle Akteure, von Politik bis Medizin, sind jedoch in der Pflicht, dieses Vertrauen wiederherzustellen. Mit einem System, das Missbrauch unmöglich macht. Diese Botschaft sollte am Ende der Aufarbeitung der Fälle von München, Göttingen, Regensburg und Leipzig stehen. Vor allem im Interesse der 12000 auf ein Spenderorgan wartenden Patienten.