Glück gehabt, Radio Lotte Weimar: Der Thüringer Lokalfunk darf einen Berichterstatter zum Münchner NSU-Prozess schicken. Es sei denn, der Sender verzichtet und kungelt noch mal mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" oder der "taz", die bei der Platz-Lotterie das Nachsehen hatten. Feste Plätze im Saal dürfen doch getauscht werden... Nach der Verlosung nun noch eine interne Versteigerung - das wäre der Gipfel der Peinlichkeiten, die dem Prozess vorausgehen.

Allein durch seine Vorgeschichte hat das Verfahren gegen den Nationalsozialistischen Untergrund seinen Platz in der deutschen Justizgeschichte sicher. Bisher ist es ein eher zweifelhafter: Beginnend beim Mini-Saal über die Medienbeschränkung bis zur Terminverschiebung - das Kopfschütteln hört nicht auf.

Höchste Zeit, dass es heißt: Zur Sache bitte! Schließlich wird in München kein Obstdiebstahl verhandelt, sondern eine Mordserie mit zehn Todesopfern.