Egal, wer sich heute in Zürich bei der Vergabe gleich zweier Weltmeisterschaften durchsetzt, ein Verlierer steht schon vorher fest: der Fußball-Weltverband FIFA selbst. Was da in den letzten Tagen an schmutziger Wäsche an die Oberfläche gespült wurde, stellt selbst das in Sachen Korruption nicht unerfahrene IOC weit in den Schatten.

Hier hat ein Zirkel alter mächtiger Funktionäre die schönste Nebensache der Welt zu einer Art Selbstbedienungsladen umfunktioniert. Da flossen die Millionen nur so – über oder unterm Tisch. Vom Bemühen um Aufklärung keine Spur. Dieser Männerbund ist, das haben die letzten Tage gezeigt, von innen her kaum reformierbar. Dass sich dessen Chef Blatter 2011 frech zur Wiederwahl stellen will, wirkt unter diesen Umständen wie eine unverhohlene Drohung.(Sport)