Ein Mann, ein Wort. Unter dieser Überschrift könnte die Afghanistan-Reise von Ministerpräsident Wolfgang Böhmer stehen. Und damit hat der 74-Jährige einmal mehr bewiesen, dass man sich auf das verlassen kann, was er sagt. Hatte er doch den Logistikern im Oktober in die Hand versprochen, sie in Masar-i-Sharif zu besuchen.

Andere Spitzenpolitiker seines Alters hätten sich als letzten Trip nach neun Jahren Amtszeit ein wirtliches und ungefährliches Ziel ausgesucht: Wirtschaftsgespräche auf den Kanaren oder ein Treffen im deutschen Haus im südafrikanischen Pretoria. Doch Böhmer pfeift auf Reisen mit pseudopolitischem Hintergrund und drückt lieber den Soldaten aus Sachsen-Anhalt die Hand.

Mehr als eine Geste. Es ist dem "Alten", wie er im Kabinett zwar hinter vorgehaltener Hand, aber mit Respekt genannt wird, abzunehmen, dass es kein PR-Termin ist.