Innenstaatssekretär Erben hat sich mächtig verzockt. Erst kündigte er überraschend an, sich aus der Landespolitik zurückzuziehen, um Bürgermeister zu werden. Das führte zu Turbulenzen in der Landes-SPD und schwächte die Partei. Schließlich galt Erben als die rechte Hand von Spitzenkandidat Bullerjahn.

Jetzt hat der Staatssekretär die Bürgermeisterwahl verloren – und will nun doch im Innenministerium bleiben. Damit gerät Erben in Erklärungsnot. Spielt der "öffentliche Druck", mit dem er seinen Rückzug unlängst begründete, plötzlich keine Rolle mehr? Wie soll in den noch vier verbleibenden Monaten bis zur Wahl die Zusammenarbeit mit Innenminister Hövelmann funktionieren? Und: Wie will Erben der SPD-Basis das Hü und Hott erklären? Der einstige Hoffnungsträger hat der SPD und vor allem sich selbst enorm geschadet. Ein wichtiges Amt nach der Landtagswahl dürfte damit für ihn in weite Ferne gerückt sein. (Sachsen-Anhalt)