Die FDP hat es derzeit mit der DDR als Schreckgespenst. Erst vergleicht Bundesminister Rainer Brüderle die Wikileaks-Enthüllungen mit Stasi-Methoden, dann setzt Schleswig-Holsteins Fraktions-vorsitzender Wolfgang Kubicki seine Parteiführung quasi mit dem starrsinnigen SED-Politbüro gleich. Der bekennende Marktwirtschaftler und Parteichef Guido Westerwelle als Honecker-Verschnitt – das ist starker Tobak. Die Empörung unter den Liberalen erreicht entsprechende Höhen.

Um aber beim Schalmeien-Fan Honecker zu bleiben: Kubickis Stoß ins Horn ist Ausdruck der Furcht, dass die FDP beim Landtagswahl-Reigen 2011 in die Bedeutungslosigkeit abrutschen könnte. Das liegt vor allem am jammervollen Bild der Liberalen als Regierungspartner in Berlin. Westerwelle und seine Crew behaupten das Gegenteil und bügeln jede Kritik ab – so stur wie eben weiland die SED.